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„Was Dich erfreut, Luis, muß auch mir Freude machen,“ er⸗ wiederte die junge Frau.„Wo nur Ein Intereſſe iſt, kann auch nur Ein Wunſch ſeyn.“—
„Theure— theure Mercedes— Du wirſt alles aus mir ma⸗ chen, was Du nur wünſchen magſt. Deine Engelsſeele und Deine Bereitwilligkeit, mich auf dieſer Fahrt zu begleiten, reichen allein ſchon hin, mich in einer Weiſe umzuformen, daß ich weniger mehr mir ſelbſt, als Dir angehöre.“ 1
„Bis jetzt, Luis,“ erwiederte die junge Frau lächelnd,„ſcheint es der umgekehrte Fall geweſen zu ſeyn, denn es iſt Dir eher ge⸗ lungen, mich zu einer Herumſtreicherin zu machen, als ich im Stande war, Dich an das Schloß von Llera zu feſſeln.“
„Du kömmſt doch nicht gegen Deine Wünſche auf das Meer hinaus, Mercedes?“ fragte Luis mit der ernſten Raſchheit eines Menſchen, der, ohne es zu wiſſen, eine Unbeſonnenheit begangen zu haben fürchtet.
„Nein, theuerſter Luis; ich habe im Gegentheil die Fahrt gern unternommen, abgeſehen davon, daß es mir Freude macht, Dir gefällig zu ſeyn. Zum Glück fühle ich keine Unbehaglichkeit von der Bewegung der Felukke und finde das neue Schauſpiel eben⸗ ſo angenehm als anregend.“
„Wenn wir ſagen, daß Luis dieß in mehr als einer Hinſicht gern hörte, ſo wird der Leſer daraus entnehmen, daß der junge Edle immer noch ein großes Vergnügen an den Scenen des See⸗ lebens fand. 4
Nach einer halben Stunde wurde das Admiralsſchiff von dem Decke der Ozema aus ſichtbar, und ehe die Sonne ihren Mittags⸗ kreis erreicht hatte, glitt die kleine Felukke in den Mittelpunkt der Flotte, geradezu auf Columbus' Carakke losſteuernd. Der gewöhnliche Anruf erfolgte und als der Admiral von Mercedes' Anweſenheit benachrichtigt war, begab er ſich an Bord der Ozema, um ihr per⸗ ſönlich ſeine Achtung zu bezeugen. Die gemeinſchaftlich beſtandenen


