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Iſabella ſah mit Beatriz de Bobadilla in dem bereits erwähn⸗ ten Gemache der Zuſammenkunft entgegen, und vermöge einer jener gewaltigen Anſtrengungen, deren bei wichtigen Anläſſen ſelbſt das ſchüchternſte Weib fähig iſt, empfing ſie ihren künftigen Gat⸗ ten ebenſoſehr mit der Würde einer Fürſtin, als der Schüchternheit eines Weibes. Ferdinand von Aragon war darauf vorbereitet wor⸗ den, daß er einem Weſen von ausgezeichneter Anmuth und Schön⸗ heit begegnen werde, aber dennoch ſchuf die Miſchung engelgleicher Beſcheidenheit mit einer Liebenswürdigkeit, welche in ihrem Ge⸗ ſchlechte nicht ihres Gleichen hatte, ein Gemälde, das eher dem Him⸗ mel als der Erde anzugehören ſchien, ſo daß er, obgleich ein welt⸗ gewandter Mann, der gewöhnt war, den Ausdruck ſeiner Gefühle zu bewältigen, zurückbebte, und einen Augenblick feſtgewurzelt ſtand, als dieſe herrliche Erſcheinung zum erſtenmal ſeinen Blicken begegnete. Er faßte ſich jedoch bald, trat haſtig näher, ergriff die kleine Hand, welche dieſen Verſuch weder begünſtigte noch zu⸗ rückwies, und drückte ſie mit einer Wärme an die Lippen, welche ſelten das erſte Zuſammentreffen von Perſonen begleitet, deren Leidenſchaften gewöhnlich ſo erkünſtelt ſind.
„Endlich, meine hohe und liebenswürdige Baſe, iſt der be⸗ glückende Augenblick gekommen—“ begann er mit einer Wahrheit der Gefühle, welche ihre Wirkung auf das reine und zarte Herz Iſabellens nicht verfehlte; denn keine Gewandtheit in höflichen Phraſen kann je den Lauten der Täuſchung die Glut und den Aus⸗ druck leihen, welche nur der Wahrheit angehören.—„Ich fürchtete, er möchte mir für immer ferne bleiben; aber dieſe geſegnete Stunde— Dank ſey es unſerem St. Jago, deſſen Fürbitte ich ohne Unterlaß anflehte— wird mir zum ſchönſten Lohne für alle meine Bekümmerniſſe.“
„Ich danke meinem fürſtlichen Herrn, und heiße ihn freund⸗ lich willkommen,“ erwiederte Iſabella beſcheiden.„Die Hinder⸗ niſſe, welche entfernt werden mußten, um dieſe Zuſammenkunft


