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Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika / von J. F. Cooper. Aus dem Engl. von C. Kolb
Entstehung
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rief Einer von den Zinnen, während zugleich eine Laterne von der Mauer heruntergelaſſen wurde, als ob man die Geſellſchaft am Thore genauer in Augenſchein nehmen wolle.„Wird mir wirklich die Ehre zu Theil zu dieſer ungewohnten Stunde eine Aufforderung von Don Ferdinand von Aragon zu vernehmen?“

„Laß Deinen Burſchen ſeine Laterne mehr gegen mein Geſicht drehen,“ antwortete der König,„damit Du Dich ſelbſt überzeugen kannſt. Ich will mir gerne dieſe Unehrerbietigkeit gefallen laſſen, Graf von Trevinno, wenn ich mir damit einen ſchleunigeren Einlaß erkaufe!“

„Er iſt es!“ rief der Edle,—„ich kenne dieſe königlichen Züge, die ſich in einer langen Reihe von Koͤnigen fortpflanzten, und oft hörte ich dieſe Stimme, wie ſie Aragons Schaaren zum Angriff gegen die Mauren ſammelte. Laßt die Trompeten dieſe glückbringende Ankunft verkündigen, und öffnet die Thore weit— ohne Verzug!“—

Der Befehl wurde ſogleich befolgt und der jugendliche Koͤnig ritt unter dem Schmettern der Trompeten, von einer ſtarken be⸗ waffneten Abtheilung umgeben, in Osma ein, indeß ihm die Hälfte der erwachten und verwunderten Bewohner auf den Ferſen nach⸗ folgte.—

„Es iſt ein Glück, mein hoher Gebieter,“ ſagte Don Andres de Cabrera, der bereits erwähnte junge Edle, als er vertraulich an Don Ferdinands Seite ritt,„daß wir dieſes gute, koſtenfreie Quartier gefunden haben, denn es iſt leider nur zu wahr, daß Meiſter Ferreras, nachläßig genug, die einzige Börſe, die unter uns war, verloren hat. In einer ſolchen Klemme wäre es wohl nicht leicht geweſen, die Rolle haushälteriſcher Kaufleute länger beizubehalten; denn während dieſe Schufte um den Preis jeder Kleinigkeit mäkeln, haben ſie es doch gerne, wenn ſie ihr Gold ſehen laſſen können.“

„Nun, da wir in Deinem eigenen Caſtilien ſind, Don Andres,“ erwiederte der Koͤnig lächelnd,„ſo müſſen wir uns eben auf Deine