13
Juan,“ entgegnete der Herr unter fortdauerndem Lachen, obgleich er ſich angenſcheinlich mühte, aus Achtung vor dem Andern ſeine Heiterkeit zu zügeln;„aber es iſt uns ein Ungemach zugeſtoßen, das alle jene Fabeln und Erzählungen von Zauberei und irrendem Ritterthum bei weitem überbietet. Dem würdigen Meiſter Ferreras dort, der ſo geſchickt mit dem Gold umzugehen weiß und ſein ganzes Leben im Kauf und Verkauf von Haber und Gerſte zugebracht hat, i*ſt ſeine Börſe abhanden gekommen, die er wahrſcheinlich in dem letzten Wirthshaus liegen ließ, als er das ſteinharte Brod und das ranzige Oel bezahlte. Ich zweifle, ob wir jetzt alle mit einander noch zwanzig Realen aufbringen können.“
„Und iſt es ein Gegenſtand zum Scherzen, daß wir mit un⸗ ſerer Baarſchaft auf der Hefe ſind?“ entgegnete der Diener und ein leichtes Lächeln zuckte um ſeine Lippen, als ob er Luſt hätte, in die muntere Laune ſeines Gefährten einzuſtimmen.„Doch, Gott ſey Dank, Osma kann nicht mehr ferne ſeyn, und ſo brauchen wir uns über den Verluſt nicht allzuſehr zu grämen. Aber jetzt, mein Gebieter, erlaube mir, Dir zu gebieten, daß Du Deinen Platz in dieſem Zuge wieder einnimmſt und Dich nicht wieder zu einer ſo unziemlichen Vertraulichkeit gegen Deine Untergebenen herabläſſeſt. Ich bedarf Deiner nicht mehr; eile daher zu Meiſter Ferreras zu⸗ rück und bezeuge ihm meine Theilnahme und mein Bedauern.“
Der angebliche Diener wandte ſein Auge lächelnd ab, als ob er ſelbſt beabſichtigte, den eigenen Ermahnungen Ehre zu machen, während der Andere augenſcheinlich nach einem Blick des Wohl⸗ wollens und der Gunſt von ihm haſchte. Eine Minute ſpäter war der Zug wieder in der gewöhnlichen Ordnung.
Als die Nacht vorrückte und die Stunde herannahte, wo Menſchen und Thiere ſich der Ruhe hinzugeben pflegen, trieben unſere Reiſende ihre Maulthiere am kräftigſten an, und gegen Mitternacht erreichten ſie nach manchen harten Sporenſtößen das Hauptthor der kleinen, mit Mauern umgebenen Stadt Osma,


