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Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika / von J. F. Cooper. Aus dem Engl. von C. Kolb
Entstehung
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ein beſonderes wachſames Auge auf die Wege zwiſchen der Haupt⸗ ſtadt von Aragon und Valladolid hielten, in welch letzterer Stadt die Schweſter des Königs erſt kürzlich eine Zuflucht geſucht hatte.

Es ereignete ſich jedoch nichts, was dieſe Reiſe vor irgend einer

andern in dieſer Periode ausgezeichnet hätte. In dem Aeußern unſerer Wanderer war nichts, was die Aufmerkſamkeit von Heinrichs Soldaten, die in ſtarken Abtheilungen die Gränzpäſſe bewachten, hätte anziehen können; auch waren dermalen die gewoͤhnlichen Räuber durch die Anweſenheit derjenigen, welche im Namen ihres Fürſten dieſes edle Gewerbe trieben, von der Heerſtraße verdrängt, und ſo erreichte der Zug bald und ohne Gefährde das Gebiet von Soria, einer Provinz von Alt⸗Caſtilien.

Der junge Mann, welcher Anlaß zu dem Geſpräche der beiden Soldaten gegeben hatte, ritt emſig hinter ſeinem Herrn her, ſo lange es dem letztern gefiel, im Sattel zu bleiben, und beſchäftigte ſich während der wenigen, kurzen Pauſen, welche die Wanderung unterbrachen, wie die übrigen Diener mit den Obliegenheiten ſeines Berufs. Am Abende des zweiten Tages jedoch, ungefähr eine Stunde von dem Wirthshauſe, wo ſich die Geſellſchaft zuletzt mit einer Olla potrida und etwas ſaurem Wein gelabt hatte, brach plötzlich der bereits erwähnte humoriſtiſche Jüngling, welcher ſich noch immer an der Seite ſeines älteren und ernſteren Gefährten im Vortrabe befand, in ein lautes Gelächter aus, hielt ſein Maul⸗ thier an und ließ den ganzen Zug an ſich vorbei, bis er ſich an der Seite des von uns beſonders hervorgehobenen Dieners befand. Letzterer warf einen ernſten, verweiſenden Blick auf ſeinen angeb⸗ lichen Gebieter, ritt auf ihn zu und ſprach mit einer Würde, die wenig für ihre gegenſeitige Stellung zu paſſen ſchien:

Was ſoll das, Nunnez? Was veranlaßt Dich, Deine Stellung vorn zu verlaſſen und Dich einer unziemlichen Vertraulichkeit mit den Dienern im Nachtrab hinzugeben?

Ich bitte tauſendmal um Verzeihung, mein ehrenwerther