Druckschrift 
Lionel Lincoln, oder die Belagerung von Boston / von J. F. Cooper. Nach der letzten, vom Verfasser durchges., verb. und mit Anmerkung versehenen Ausg. übertr. von Eduard Mauch
Entstehung
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Des Mords!

Ja, des Mords. Ihr kennt nicht die verzweifelten Gedanken, die der Elende zu ſeiner Erleichterung in ſich beherbergt. Aber die Gelegenheit ließ nicht lange auf ſich warten und ich genoß das augenblickliche, hölliſche Vergnügen der Rache. Ihr Vater ging, um ſeine Rechte einzufordern und Krankheit beſiel ſein geliebtes Weib. Ja, unſcheinbar und garſtig, wie Sie mein unglückliches Kind hier ſehen, ſo wurde die Schönheit ihrer Mutter doch noch in einen viel häßlicheren Anblick verwandelt! So wie Job jetzt ausſieht, war die mißhandelte Frau auf ihrem Todtbette. Ich fühle Deine ganze Gerechtigkeit, Herr der Allmacht, und beuge mich vor Deinem Willen!

Mißhandelte Frau! wiederholte Lionel;ſprich weiter

und ich will Dich noch ſegnen! Abigail ſtieß einen Seufzer aus, und ſo tief, ſo hohl löste er ſich aus ihrer Bruſt, daß die Zuhörer einen Augenblick lang glaubten, es ſey der letzte Kampf der ſcheidenden Seele ihres Sohnes; und abermals ſank ſie hülflos auf ihren Stuhl und hüllte ihr Geſicht in ihr Gewand.

Mißhandelte Frau! wiederholte Ralph langſam, mit dem Ausdruck der tiefſten Verachtung in ſeiner Stimmewelche Strafe verdiente nicht eine Buhlerin?

Ja wohl, mißhandelt! rief der auferwachte Sohn:mein Leben dafür, Deine Erzählung wenigſtens iſt falſch.

Der alte Mann ſchwieg ſtill, aber ſeine Lippen bewegten ſich raſch, als ob er eine ungläubige Erwiederung vor ſich hinmurmelte, während ein ganz beſonders helles und bedeutungsvolles Lächeln über die verwelkten Züge ſeines Geſichts hinzog.

Ich weiß nicht, was Ihr von Anderen gehört haben mögt, fuhr Abigail fort und ſprach ſo leiſe, daß ihre Worte bei dem ſchweren, abgemeſſenen Athmen Job's faſt verloren gingenaber ich rufe den Himmel zum Zeugen an, daß ihr jetzt keine Lüge hören