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Lionel Lincoln, oder die Belagerung von Boston / von J. F. Cooper. Nach der letzten, vom Verfasser durchges., verb. und mit Anmerkung versehenen Ausg. übertr. von Eduard Mauch
Entstehung
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zu überweiſen, fuhr Abigail fort, zu Cäcilien gewendet.Haſt Du nicht den Einfluß des Sohnes am Altare eingeſtanden? Warum ſollte ein Mädchen, eitel, unwiſſend und jung, wie ich war, gefühl⸗ los geweſen ſeyn für die Verführungskünſte des Vaters!

So iſt dieß Dein Kind? rief Lionel, wieder frei athmend: fahre fort in Deiner Erzäͤhlung; Du vertraueſt ſie Freunden!

Ja ja, rief Abigail, ſchlug die Hände zuſammen und ſprach mit bitterem Nachdruck;Euch bleibt freilich der Troſt, den Unterſchied zwiſchen der Schuld des Weibes und der des Mannes geltend zu machen! Major Lincoln, verflucht und beſudelt, wie Sie mich hier ſehen, ſo war doch ihre eigene Mutter nicht unſchuldiger, nicht reizender, als ich zu jener Zeit, da meine jugendliche Schönheit Ihres Vaters Auge feſſelte. Er war groß und mäͤchtig, ich un⸗ bekannt und ſchwach: jenes unglückliche Pfand unſeres Ver⸗ gehens erſchien nicht eher, bis er Ihre glücklichere Mutter gefun⸗ den hatte!

Kann das wirklich ſo ſeyn?

Das heilige Evangelium iſt nicht wahrer! murmelte Ralph.

Und mein Vater! konnte er Dich in Deiner Noth verlaſſen?

Scham folgte, als Tugend und Stolz längſt vergeſſen waren. Ich war eine von ſeinem eigenen hohen Geſchlecht Abhängige und es fehlte mir nicht an Gelegenheit, um ſeine wandernden Blicke und ſeine zunehmende Liebe für die keuſche Priscilla zu bemerken. Meinen Zuſtand kannte er nie. Während ich von der Frucht meiner Schuld zu Boden gedrückt war, bewies er, wie leicht es für uns iſt, in den Tagen des Glücks die Genoſſen unſerer Schande zu vergeſſen. Endlich wurden Sie geboren, und ihm unbewußt, empfing ich ſeinen neugeborenen Erben aus den Händen ſeiner eiferſüchtigen Tante. Welche verruchten Gedanken haben mich in jenem bitteren Augenblick beſtürmt! Aber, Gott im Himmel ſey gelobt, ſie gingen vorüber und ich blieb frei von der Sünde des Mords!