Druckschrift 
Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780 / von J. F. Cooper. Nach der von dem Verfasser durchges., verb., mit einem neuen Vorw. und mit Noten begleiteten Ausg. übertr. von C. Kolb
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5²⁰

maßen ſo viel Segen über das Vaterland gebracht hatte. Aber Harvey Birch's Name erſtarb mit denen der vielen Agenten, von denen man glaubte, daß ſie im Geheim den Rechten ihrer Lands⸗ leute entgegen gearbeitet hätten. Sein Bild trat jedoch oft vor die Seele des mächtigen Staatsoberhauptes, welchem allein ſein wahrer Charakter bekannt war. Er ließ mehrere Male geheime Nachfragen nach dem Schickſale des Krämers anſtellen, die nur ein einziges Mal zu einem Reſultate führten. Er erfuhr nämlich, daß ein Hauſirer von ähnlichem Ausſehen, aber anderem Namen in den neuen Anſtedelungen, die nach allen Richtungen hin auftauchen, ſein⸗Geſchäft betreibe, und daß er mit der Laſt der zunehmenden

Jahre und mit augenſcheinlicher Armuth zu kämpfen habe. Der Tod

des Generals verhinderte bald weitere Nachforſchungen und es verging eine geraume Zeit, ehe wieder etwas von dem Krämer gehört wurde.

Fünfunddreißigſtes Kapitel.

Ein Hampden, der dem kleinen Dorftyrannen Entgegen trat mit unverzagtem Muth

Ein ſtummer Milton mag hier ruhmlos ruhen: Ein Cromwell, ſchuldlos an des Landes Blut.

Gray.

Dreiunddreißig Jahre nach der im vorigen Kapitel mitge⸗ theilten Unterredung ſtand wieder eine amerikaniſche Armee den Truppen Englands feindlich gegenüber. Der Schauplatz des Krieges war aber dießmal nicht an den Ufern des Hudſon, ſondern an denen des Niagara.

Waſſhington moderte längſt im Grabe; als aber die Zeit all⸗ mählich die Reſte politiſcher Anfeindung und perſönlichen Neides ausgeglichen hatte, mehrte ſich der Glanz ſeines Namens täglich; und nicht nur ſeine Landsleute, ſondern auch die übrige Welt lernte mit jedem Augenblick den Werth und die Rechtlichkeit des Mannes