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Der Spion : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780 / von J. F. Cooper. Nach der von dem Verfasser durchges., verb., mit einem neuen Vorw. und mit Noten begleiteten Ausg. übertr. von C. Kolb
Entstehung
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Inſel Neu⸗York Beſitz genommen hatten, ein gemeinſchaftlicher Boden und beide ſich bekämpfende Parthieen bedienten ſich deſſel⸗ ben zu Fortſetzung ihrer Operationen für den Reſt des Revolutions⸗ krieges. Ein großer Theil der Bewohner trug entweder aus alter Anhänglichkeit oder aus Furcht eine Parteiloſigkeit zur Schau, welche ſte in Wirklichkeit nicht fühlten. Die weiter unten liegenden Städte waren natürlich vorzugsweiſe unter der Herrſchaft der Krone, wäh⸗ rend die mehr im Innern befindlichen, da ſie durch die Nachbarſchaft der Amerikaniſchen Truppen geſichert waren, kühn ihre revolutionä⸗ ren Anſichten und ihr Recht, ſich ſelbſt zu regieren, behaupteten. Eine große Anzahl trug jedoch Masken, welche ſogar heut zu Tage noch nicht abgelegt worden ſind, und mancher wurde zu Grabe getragen, mit dem Brandmale eines Feindes der Rechte ſeiner Landsleute, während er im Geheim ein nützlicher Agent der Leiter der Revolu⸗ tion war; indeß auf der andern Seite, wenn man die verborgenen Fächer manches glühenden Patrioten an's Licht hätte fördern können, die Beſchützung der königlichen Sache unter Maſſen von brittiſchem Golde zu Tage gekommen wäre.

Die ſchallenden Huftritte des edlen Roſſes, welches der Rei⸗ ſende ritt, mochten wohl hin und wieder die Gebieterin einer länd⸗ lichen Wohnung, an welcher er vorbei kam, veranlaſſen, die Thüre des Hauſes vorſichtig zu öffnen und ſich den Fremden zu betrach⸗ ten, während ſie vielleicht mit rückwärts gewandtem Geſichte das Ergebniß ihrer Unterſuchung ihrem Gatten mittheilte, welcher im Innern des Gebäudes ſich vorbereiten mochte, im Nothfalle ſeinen

gewohnten Verſteck in dem anliegenden Walde aufzuſuchen. Das . Thal lag ungefähr in der Mitte des Bezirks und beiden Armeen

* Die Stadt Neu⸗York liegt auf einer Inſel, welche Manhattan heißt; ſie

iſt an einem Punkte von dem Bezirk Weſt⸗Cheſter nur durch eine Waſſer⸗ ſtraße von der Breite einiger Fuße getrennt, über welche die ſogenannte Königsbrücke führt. Während des Krieges war dort der Schauplatz vie⸗ ler Gefechte, worauf auch in dieſer Erzählung angeſpielt wird.

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