Druckschrift 
Die Ansiedler an den Quellen des Susquehanna : ein Zeitgemälde / von J. F. Cooper. Nach der letzten, vom Verfasser durchges., mit einem neuen Vorw. und mit Noten begleiteten Ausg. übertr. von C. Kolb
Entstehung
Einzelbild herunterladen

„Er ſteht hier in einfachem Marmor; er ſollte aber mit goldener Schrift eingegraben ſeyn!“

„Zeigt mir den Namen, Junge,“ verſetzte Natty mit kindiſcher Neugierde;„laßt mich ſehen, wo meinem Namen ſolche Ehre wieder⸗ fahren iſt. Es iſt ein edelmüthiges Geſchenk für einen Mann, der keinen ſeines Namens und ſeiner Familie zurück läßt in einem Lande, wo er ſo lange geweilt hat.“

Effingham führte ſeine Finger an die Stelle, und Natty folgte mit tiefem Intereſſe bis ans Ende, worauf er ſich von dem Grabe erhob und ſprach:

„S wird wohl recht ſeyn, und jedenfalls iſt's ein freundlicher Gedanke! Doch was habt Ihr über die Rothhaut ſchreiben laſſen?“

„Ihr ſollt es hören:

„Dieſer Stein gilt dem Gedächtniß eines Indianerhäupt⸗ lings aus dem Stamme der Delawaren, bekannt unter den verſchiedenen Namen: John Mohegan; Mohican und Chin⸗ gagook——““

„Gach, Junge;— gachgook; Chingachgook, was in unſerer Sprache große Schlange bedeutet. Der Name muß recht dahin, denn ein indianiſcher Name trägt immer eine Bedeutung in ſich.“

„Es ſoll geändert werden.“

‚Er war der letzte ſeines Volkes, der fortfuhr, dieſes Land zu

bewohnen; und man kann von ihm ſagen, daß ſeine Fehler

die eines Indianers, und ſeine Tugenden die eines Menſchen waren.“

„Ihr habt nie ein wahreres Wort geſprochen, Herr Oliver. Ach! wenn Ihr ihn gekannt hättet, wenn Ihr ihn, wie ich, in ſeiner Jugend und zur Zeit jener Schlacht gekannt hättet, als der alte Herr, der an ſeiner Seite ruht, ihm das Leben rettete, nach⸗ dem die Diebe, die Irokeſen, ihn bereits an den Pfahl gebunden hatten, ſo würdet Ihr daſſelbe und noch mehr ſagen. Ich ſchnitt mit eigener Hand ſeine Riemen durch und gab ihm mein Meſſer