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ihm,“ fuhr ſie fort, indem ſie ihre Stimme, die ſich mit ihren Ge⸗ fühlen geſteigert hatte, dämpfte, als ſey ſie ſich ihrer irdiſchen Schwäche bewußt, wie innig, wie unausſprechlich innig meine Liebe zu ihm geweſen ſey— zu innig vielleicht, um nicht meiner Liebe zu Gott Eintrag zu thun!“
Der Jüngling horchte auf die rührenden Laute, jedoch ohne ſich von der Stelle zu bewegen. Endlich fand er ſelbſt die Sprache wieder und entgegnete:
„Sie wollen mir gebieten, Sie zu verlaſſen— Sie am Rande des Grabes zu verlaſſen? Ach, Miß Temple! wie wenig haben Sie mich gekannt!“
Er ſank jetzt vor ihr auf die Kniee nieder und umfaßte ihr fliegendes Gewand mit ſeinen Armen, als wolle er daſſelbe gegen die Gier der Flammen ſchützen.
„Ich wurde voll Verzweiflung in die Wälder getrieben, aber Ihre Geſellſchaft hat den Löwen in mir gezähmt. Wenn ich meine Zeit in einer entwürdigenden Stellung verbrachte, ſo war es der Zauber Ihrer Perſon, der mich dazu veranlaßte. Wenn ich meines Namens und meiner Familie vergaß, ſo trat Ihre Geſtalt an die Stelle der Erinnerung; und wenn ich den Rückblick auf erlittenes Unrecht aus meiner Seele bannte, ſo waren Sie es, die mich Ver⸗ gebung lehrte. Nein— nein— theuerſte Eliſabeth, ich kann mit Ihnen ſterben, aber nimmermehr Sie verlaſſen!“
Eliſabeth antwortete nicht und ſtand regungslos. Es war klar, daß ihre Gedanken nicht mehr auf der Erde weilten. Die Erinnerung an ihren Vater und der Schmerz des Scheidens waren durch ein heiliges Gefühl gemildert, welches ſie über die Erden⸗ dinge erhob, und die Schwäche ihres Geſchlechts ſchwand hin vor dem Blicke in die nahe Ewigkeit. Noch einmal wurde ſie jedoch Weib, als ſie dieſe Worte hörte. Sie kämpfte gegen ihre Gefühle und lächelte, denn ſie glaubte jetzt den letzten Reſt zeitlicher Feſſeln abgeſtreift zu haben, als plötzlich die Welt mit all ihren Reizen


