Er bewegte ſich nicht. Sein ſchutzloſer Körper mochte wohl ſchwer leiden, aber die Seelenſtärke des Mannes überwand allen Schmerz. Man konnte ſogar mitten in dieſem Graus ſeine Stimme noch hören.
Eliſabeth wandte das Auge von dem ſchrecklichen Aublicke ab und ſah nach dem Thale hinunter. Die Hitze erzeugte wüthende Wirbelwinde, und in dem nämlichen Augenblicke fegten ſie die Rauch⸗ wolke weg, welche das Thal überhing, um das friedliche Dorf unter ihren Füßen ſchauen zu laſſen.
„Mein Vater!— mein Vater!“ ſchrie Eliſabeth.„Ach— warum konnte mir dies nicht erſpart werden!— Doch, ich ergebe mich.“
Die Entfernung war nicht weit genug, um nicht die Geſtalt des Richters Temple unterſcheiden zu laſſen, der auf einem ſeiner Güter ſtand, und, augenſcheinlich nichts von der Gefahr ſeines Kin⸗ des ahnend, den brennenden Berg betrachtete. Dieſer Anblick war noch peinlicher, als die ſo nahe Gefahr, und Eliſabeth wandte ſich wieder nach dem Berge um.
„Meine ungezügelte Hitze iſt an all' dieſem Schuld,“ rief Ed⸗ wards verzweifelt.„Hätte ich nur die Hälfte Ihrer himmliſchen Ergebung beſeſſen, Miß Temple, ſo wäre vielleicht noch alles gut gegangen.“ 3
„Nichts mehr davon— nichts mehr davon!“ verſetzte ſie. „Wozu ſoll es nützen? Wir müſſen ſterben, Edwards, wir müſſen ſterben— und ſo wollen wir es denn als Chriſten thun. Doch — nein— Sie können vielleicht noch entkommen. Ihr Anzug iſt Ihnen nicht ſo hinderlich als mir der meinige. Fliehen Sie! Ver⸗ laſſen Sie mich— doch halt! Sie werden meinen Vater ſehen— meinen armen kinderloſen Vater! Sagen Sie ihm dann, Edwards, — ſagen Sie ihm alles, was ſeinen Kummer beſchwichtigen kann. Erzählen Sie ihm, daß ich glücklich und gefaßt ſtarb, daß ich zu meiner lieben Mutter gegangen bin, daß die Stunden des Erden⸗ lebens nichts ſind, wenn ſie in die Wagſchaale der Ewigkeit fallen. Sagen Sie ihm, daß wir uns wiederſehen werden. Und ſagen Sie


