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Der Pfadfinder oder das Binnenmeer / von J. F. Cooper. Aus dem Engl. von C. Kolb
Entstehung
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610 einänder, bei welchen Gelegenheiten Pfadfinder ihren Gemüths⸗ zuſtand unterſuchte; die Unterredungen waren aber ſtets kurz und ſelten. June ſchlief in einer der Hütten, wo ſie ihr Haupt ſicher niederlegen konnte, denn ſie war ſich des Schutzes eines Freundes bewußt, obgleich Pfadfinder ſich jede Nacht auf eine anliegende Inſel, auf der er ſich ſelbſt eine Wohnung gebaut hatte, zu⸗ rückzog.

Mit dem Ablaufe des Monats war jedoch die Jahreszeit zu weit vorgerückt, um June's Lage angenehm zu machen. Die Baͤume hatten ihre Blätter verloren und die Nächte wurden kalt und winterlich. Es war Zeit zur Abreiſe.

Da erſchien auf einmal Chingachgook wieder. Er hielt mit ſeinem Freunde eine lange und vertrauliche Unterredung auf der Inſel. June war Zeuge ihrer Bewegungen und ſah, daß ihr Be⸗ ſchützer ſehr betrübt war. Sie ſchmiegte ſich an ſeine Seite und ſuchte mit weiblicher Zartheit und weiblichem Inſtinkt ſeinen Kummer zu lindern.

Ich danke dir, June, ich danke dir! ſagte er;du meinſt es gut, aber es iſt umſonſt. Doch es iſt Zeit, daß wir dieſen Ort verlaſſen. Morgen wollen wir abreiſen. Du gehſt mit uns, denn du biſt jetzt wieder zur Vernunft gekommen.

June gab in der demüthigen Weiſe einer Indianerin ihre Zu⸗ ſtimmung und zog ſich zurück, um die ihr noch übrige Zeit bei Arrowhead's Grabe zuzubringen. Ohne Rückſicht auf Stunde und Jahreszeit, brachte ſie die ganze Herbſtnacht ihr Haupt auf keinen Pfühl. Sie ſaß in der Nähe der Stelle, welche die irdiſchen Reſte ihres Gatten barg, und betete in der Weiſe ihres Volkes für ſein Glück auf dem endloſen Pfade, den er erſt jüngſt angetreten hatte, und für ihre Wiedervereinigung in dem Lande der Gerechten. So demüthig und niedergedrückt ſie auch in den Augen des Gedanken⸗ loſen erſcheinen mochte das Bild Gottes war in ihrer Seele, und ſie verkündete ihren göttlichen Urſprung durch die ſehnſuchts⸗