Eau⸗douces Antwort war nicht ſehr verſtändlich und auch die nun folgende flüſternde Zwieſprache nicht beſonders zuſammenhaͤn⸗ gend; aber die Sprache der Liebe verſteht ſich leicht. Die nächſte Stunde entſchwand den beiden wie ſonſt einige Minuten, ſo weit nämlich die Berechnung der Zeit in Betracht kommt; und als Mabel ſich wieder faßte und ſich beſann, daß es auch noch andere Leute gebe, maß bereits ihr Onkel das Deck des Schiffes mit un⸗ geduldigen Schritten und wunderte ſich, warum Jasper den günſti⸗ gen Wind zu benützen ſäume. Zuerſt gedachte ſie jedoch des Mannes, der wahrſcheinlich dieſe unerwartete Aeußerung ihrer wahren Gefühle am ſchmerzlichſten empfand.
„O Jasper!“ rief ſie im Tone des plötzlich auftauchenden Schuldbewußtſeyns—„der Pfadfinder!“
Eau⸗douce erzitterte— nicht aus unmännlicher Furcht, wohl aber in der ſchmerzlichen Ueberzeugung, ſeinen Freund tief gekränkt zu haben, und ſah nach allen Richtungen aus, ihn zu erblicken. Aber Pfadſinder hatte ſich mit einem Zartgefühl, welches dem Takte und der Bildung eines Hofmanns Ehre gemacht hätte, zurückge⸗ zogen. Die beiden Liebenden ſaßen noch einige Minuten beiſam⸗ men und harrten ſeiner Rückkehr, ohne zu wiſſen, was ſie unter ſo bezeichnenden und eigenthümlichen Umſtänden am geeignetſten thun könnten. Endlich ſahen ſie ihren Freund langſam und nachdenklich auf ſie zukommen.
„Ich weiß nun, was Ihr unter dem Sprechen ohne Zunge und dem Hören ohne Ohren verſtandet, Jasper,“ ſagte er, als er dem Baume nahe genug war, um verſtanden zu werden.„Ja, ja, ich weiß es jetzt; und es iſt eine ſehr angenehme Art von Unter⸗ redung, wenn man ſie mit Mabel Dunham halten kann. Ach! ich habe es ja dem Sergeanten geſagt, daß ich nicht für Sie paſſe — daß ich zu alt, zu unwiſſend und zu wild ſey; aber er wollte es anders wiſſen.“. Jasper und Mabel ſaßen da, Miltons Gemälde von unſern


