als er einen wackeren Charakter beſitzt. Ich ſchlief nie ſüßer, als wenn ich einen Kampf mit den Mingos ausgefochten hatte, obgleich ich es mir zum Grundſatz gemacht habe, ſtets wie ein weißer Mann, und nie wie ein Indianer zu kämpfen. Der Serpent da hat ſeine Gewohnheiten, und ich die meinigen; und doch haben wir ſo manche Jahre miteinander Seite an Seite gefochten, ohne daß einer dem andern ſeine Weiſe verdachte. Ich erzähle ihm, daß es, trotz ſeiner Traditionen, doch nur einen Himmel und eine Hölle gibt, obſchon die Wege zu beiden vielfältig ſind.“
„Das iſt vernünftig, und er muß Euch glauben, obſchon ich denke, daß die Wege zur letzteren meiſt auf dem trockenen Lande liegen. Das Meer iſt, wie meine arme Schweſter zu ſagen pflegte, ein Reinigungsort, und man iſt außer den Wegen der Verſuchung, wenn man außer der Sicht des Landes iſt. Ich zweifle, ob man eben ſo viel zu Gunſten Eurer Seen da oben ſagen kann.“
„Ich will einräumen, daß Städte und Anſiedelungen zur Sünde verleiten können, aber unſere Seen ſind von den Urwäldern begränzt, und man findet jeden Tag eine Aufforderung zur Verehrung Gottes in einem ſolchen Tempel. Freilich muß ich zugeben, daß die Men⸗ ſchen, auch in der Wildniß, nicht immer dieſelben ſind, denn der Unterſchied eines Mingo und eines Delawaren liegt ſo auf flacher Hand, wie der des Mondes und der Sonne. Doch, ich bin froh, Freund Cap, daß wir uns getroffen haben, wäre es auch nur deß⸗ halb, damit Ihr dem Big Serpent erzählen könnt, daß es auch Seen gibt, in welchen ſalziges Waſſer iſt. Wir ſind, ſeit wir uns kennen, ſtets ziemlich eines Sinnes geweſen, und wenn der Mohikan nur halb ſo viel Vertrauen zu mir hätte, als ich zu ihm, ſo müßte er mir alles glauben, was ich ihm von den Gewohnheiten und Natur⸗ geſetzen der Weißen erzählt habe. Aber es hat mir immer geſchienen, als ob keine der Rothhäute den Erzählungen von den großen Salzſeen und den aufwärts gehenden Strömungen der Flüſſe einen ſo offenen Glauben ſchenkt, wie es ein ehrlicher Mann wohl haben möoͤchte.“


