Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchn (1834)
Einzelbild herunterladen

11

erreicht hatte, erhob er ein Geſchrei, welches ſeine Ge⸗ fährten ſogleich um ihn verſammelte. Der junge Krie⸗ ger betrachtete eine Gruppe von Weibern, welche die Wilden niedergemetzelt hatten. Die Leichname waren faſt ſchon in Fäulniß übergegangen. Munro und Hey⸗ ward unterzogen ſich gleichwohl dem furchtbaren Geſchäft, die, mehr oder minder verſtümmelten Todten näher in Augenſchein zu nehmen, um zu ſehen, oͤb nicht vielleicht die ämſig Geſuchten darunter wären. Der Vater und der Liebende fühlten ſich einiger Maaßen getröſtet, als ſie Cora und Aliy nicht fanden. Auch entdeckten ſie un⸗ ter den wenigen Kleidungsſtücken, welche die Mörder ihren Schlachtopfern gelaſſen hatten, nichts, was den Schweſtern gehört hatte. Demungeachtet empfanden ſie die Qual einer Ungewißheit, die faſt ſo weinlich war, wie die ſchrecklichſte Gewißheit. In ein düſteres Schweigen verſunken, ſtanden ſie vor dem Haufen der Todten, als ſich ihnen der Kundſchafter näherte. Sein Geſicht er⸗ röthete vor Zorn, da er die Leichname betrachtete, und zum erſten Male, ſeit ſie die Ebene betraten, redete er die Übrigen laut und deutlich an.

Ich habe mehr, als ein Schlachtfeld geſehen, ſagte er,und habe die blutigen Spuren oft Meilen weit ver⸗ folgt; aber nie ſah ich die Hand des Teufels ſo ſichtbar im Spiel, wie hier. Rache iſt ein angebornes Gefühl der Indianer, und wer mich kennt, der weiß, daß nicht ein Tropfen ihres Bluts in meinen Adern rinnt; aber ſo viel will ich ſagen hier im Angeſicht des Himmels und im Schutze des Herrn, der auch in dieſer heulenden Wildniß ſeine Macht verkündet kommen die Franzo⸗