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Welt einen Mann zeigen, deſſen Grundſätze faſt in allen Fällen einer ſelbſtſüchtigen Politik untergeordnet waren. Aber eine ſolche Aufgabe würde die Gränzen und den Zweck dieſer Darſtellung überſchreiten, und da die Ge⸗ ſchichte, wie die Liebe, ihre Helden ſo gern mit einem eingebildeten Glanze umgibt, ſo iſt es wahrſcheinlich, daß Ludwig von St. Veran in den Augen der Nachwelt nur als der tapfere Vertheidiger ſeines Vaterlandes gilt, während ſeine empörende Fühlloſigkeit an den Ufern des Oswego und des Horican vergeſſen wird. Allein dieſer Gegenſtand würde zu weit fuͤhren, und wir halten uns daher, wie ſchon geſagt, in den Gränzen, die wir uns ſelbſt geſteckt haben.
Der dritte Tag nach der übergabe des Forts neigte ſich ſeinem Ende entgegen. Indeß müſſen uns unſere Leſer doch noch ein Mal in die Nähe des heiligen Sees folgen. Als wir ihn zuletzt erblickten, war die Gegend rings umher mit Gegenſtänden der Gewaltthätigkeit und Empörung angefüllt. Jetzt herrſchde dort eine wahre Todesſtille. Die mit Blut befleckten Sieger hatten ſich entfernt, und die Stelle ihres Lagers, deſſen Verſchan⸗ zungen zerſtört waren, bezeichneten nur noch einige von den Kriegern erbaute Hütten. Die Feſtung⸗ ſelbſt lag in rauchenden Ruinen begraben; halb verbrannte Balken, überreſte von Kanonen und anderem Geſchütz, eingefal⸗ lenes Gemäuer lag in grauſer Verwirrung durch einander.
Auch die Jahreszeit ſchien ſich furchtbar verändert
zu haben. Die erwärmenden Sonnenſtrahlen hatten durch eine undurchdringliche Dunſtmaſſe ihre Kraft ver⸗ loren, und Hunderte von lehloſen menſchlichen Geſtalten,
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