Unter den ſtillen Zuſchauern erſchienen Balthaſar und ſein Weib, Maſo, als Gefangener zwar, aber mit der Miene eines losgeſprochenen, der Pilger und Pippo. Der gute Prior im Ornate war mit allen Mönchen anwe⸗ ſend. Während der Augenblicke der Erwartung unter⸗ hielt er ſich freundlich mit dem Walliſer und dem Land⸗ vogt, welche mit Theilnahme und wie es Leuten von Stand und Würden ziemt, in Gegenwart ihrer Unter⸗ gebenen den Schein zu wahren, ſeine Artigkeiten erwi⸗ derten. Doch war das Benehmen der meiſten fieberhaft und aufgeregt, als handle es ſich hier von einer ge⸗ zwungenen Freude, der ſich unwillkommene und unge⸗ wöhnliche Umſtände unerwartet beigeſellt hätten, um ſie herabzuſtimmen.
Als die Thüre ſich öffnete, trat ein kleiner Zug ein, mit dem Schlüſſelmeiſter an der Spitze. Melchior von Willading führte ſeine Tochter, dann kam Sigismund, ihm folgten Margarethe und Chriſtine, und der ehrwür⸗ dige Doge machte den Schluß. So einfach dieſer Hoch⸗ zeitszug war, ſo machte doch die Würde der Hauptper⸗ ſonen und das tiefe Gefühl, mit welchem alle dem Altar entgegen gingen, einen großen Eindruck. Sigismund war feſt und beſonnen; doch war ſeine Haltung ſtolz und erhaben, als fühlte er, daß noch eine Wolke über dem Theil ſeiner Geſchichte hinge, auf welche die Welt ſo viel Gewicht legt; ſein Charakter und ſeine Grundſätze muß⸗ ten ihm hier zu Hülfe kommen. Adelheid war in der letzten Zeit ſo ſehr der Gegenſtand heftiger Erregungen geweſen, daß ſie mit weniger Bangen, als bei einem Mädchen gewöhnlich war, vor den Prieſter trat; aber


