Teil eines Werkes 
2. Th. (1833)
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war als ein Sieg über ſich ſelbſt, da Melchior in geiſti⸗ ger Hinſicht wenig mehr als eine Sammlung der engher⸗ zigen Anſichten und ausſchließlichen Grundſätze war, welche man nach damaliger Sitte für eine nothwendige Bedin⸗ gung hoher Geſittung anſah. Der Kampf war im Ge⸗ gentheil ein ſehr ſchwerer, und es iſt nicht wahrſcheinlich, daß Adelheid's zärtliche Schmeicheleien, die beredten aber ſtummen Aufforderungen ſeiner Vernunft, welche Si⸗ gismund's Benehmen ſtets erneuerte, oder die Gründe ſeines alten Freundes, des Signor Grimaldi, welcher ſich in einer Philoſophie, welche öfter unſern Freunden gegenüber, als in unſern eignen Handlungen in's Leben tritt, ausführlich über die Klugheit verbreitete einige werth⸗ loſe und veraltete Anſichten dem Glücke eines einzigen Kindes zu opfern, den Sieg davon getragen hätten, wenn der Freiherr in einer Lage geweſen wäre, die ihn min⸗ der von den gewöhnlichen Rückſichten ſeines Standes und ſeiner Gewohnheiten abgezogen hätte, als die, in welche er zufallig gerathen war. Auch der fromme Schlüſſel⸗ meiſter, welcher ſich einige Anſprüche auf das Vertrauen der Gaſte des Kloſters durch ſeine Dienſte und durch die Fährlichkeiten, die er mit ihnen überſtanden, erwor⸗ ben hatte, vermehrte die Zahl von Sigismunds Freun⸗ den. Selbſt niedern Urſprungs, und dem jungen Manne nicht nur wegen ſeiner Verdienſte überhaupt, ſondern auch wegen ſeines Benehmens auf dem See eifrig zuge⸗ gethan, verſäumte er, als er mit der Art der Hoffnungen des jungen Mannes bekannt geworden war, keine Gele⸗ genheit, auf Melchiors Geiſt einzuwirken. Wenn ſie über die braunen und nackten Felſen in der Nähe des Kloſters