Teil eines Werkes 
2. Th. (1833)
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muth angeeignet zu haben. Ihr habt beide zu unſerm gemeinſchaftlichen Beſten gekämpft, ihr habt gleichen männlichen Muth, ein gleich kühnes Herz, eine gleich kräftige Hand und den gleichen Willen, Andern Gutes zu thun. Solch ein Herz muß der edeln und menſch⸗ lichen Triebfedern genug haben, um ihm die Gerechtig⸗ keit werth zu machen. Sprich darum, und ich gebe dir unſer heiligſtes Wort, daß deine Offenheit dir mehr Nutzen bringen ſoll, als wenn du dich hinter dieſem Be⸗ truge verſteckſt. Bedenke, Maſo, daß das Glück dieſes alten Mannes, Sigismunds und— denn ich erröthe nicht, es zu ſagen— eines ſchwachen und liebevollen Mädchens in deiner Hand iſt. Sage uns die Wahrheit, die heilige reine Wahrheit und wir verzeihen, was ge⸗ ſchehen iſt.“

Il Maledetto war von dem ſchönen Eifer der Spre⸗ chenden bewegt. Die Freimüthigkeit, mit welcher ſie ſich ausſprach und die Feierlichkeit ihrer Aufforderung mach⸗ ten ihn in ſeinem Vorſatze wankend.

„Du weißt nicht, was du ſagſt, Fräulein; du for⸗ derſt mein Leben,“ antwortete er in ſich verſenkt, ſo daß die ſterbenden Hoffnungen des Dogen ſich neu belebten.

„Es gibt nichts Heiligeres, als die Gerechtigkeit,“ fiel der Gerichtsherr ein, der allein hier Recht zu ſpre⸗ chen hatte—„und ihre Diener ſind wohl berechtigt, ſie ungeſühnt zu laſſen, damit ein höherer Zweck durch ein ſolches Opfer erreicht werde. Wenn du etwas darthun wirſt, das für die Intreſſen des Fürſten von Genua von großer Bedeutung iſt, ſo iſt Wallis es der Liebe, welche es für jenen Freiſtaat hegt, ſchuldig, den Dienſt zu belohnen.“

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