dieſen Buß⸗ und Gebete⸗Handel nach deinem Sinne findeſt, ſo folge mit Gott dem Gewerke und überlaß es mir und meinem Hunde, auf andere Weiſe zu leben.“
„Du hätteſt wohl bedenken ſollen, welche Gründe wir Pilger haben, die Hunde des Bergs zu ſchätzen,“ antwortete Konrad,„und wie leicht es mein Blut auf⸗ regen mußte, ein anderes Thier das verzehren zu ſehen, was für den alten Uberto beſtimmt war. Du biſt die Seiten des St. Bernhard nie empor geklettert, mit den Sünden eines ganzen Kirchſprengels, von deinen eigenen nicht zu ſprechen, belaſtet, und kannſt daher den Werth dieſer Thiere nicht kennen, welche ſo oft zwiſchen uns und einem Schneegrab ſtehen.“
Il Maledetto lachte wild und murmelte etwas zwi⸗ ſchen ſeinen Zähnen; denn in vollkommener Übereinſtim⸗ mung mit der freien Ungebundenheit ſeines Lebens, war in ſeinem Weſen eine ſorgloſe Ehrlichkeit, welche ihn die Heuchelei, als der kühnen Eigenſchaften des Mannes unwürdig, verachten ließ.
„Halte es, wie du willſt, frommer Konrad,“ ſagte er ſpöttiſch,—„wenn nur Friede zwiſchen uns herrſcht. Ich bin, wie du weißt, ein Italiener, und obgleich wir Südländer uns gelegentlich an denen zu rächen ſuchen, die uns beleidigen, ſo geſchieht es doch ſelten, daß wir jemand Gewalt anthun, nachdem wir ihm die Hand des Friedens gereicht haben— ich hoffe, ihr Deutſchen ſeyd nicht weniger ehrlich?“
„Moge die heilige Jungfrau gegen jedes Ave, das ich geſchworen habe zu beten, taub ſeyn, und die guten Väter von Loretto die Abſolution verweigern, wenn ich


