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Waſſerſpfegel. Wenn eine Welle nur auf einen Augenblick ihrem Schooße entſchluͤpfen zu wollen ſchien, ſo hob ſie ſchnell der Wind in die Luft, und jagte ſie als Waſſerſtaub weit hinaus; nur eine weißliche Spur blieb von ihr zuruͤck. Das fremde Segel bewegte ſich wie ein leichtes Gewoͤlk vor dem Winde, groß und majeſtaͤtiſch auf der ruhigen Schaum⸗ flaͤche. Kein Lebenszeichen war an Bord zu ſehen. Wenn vielleicht einige Matroſen die traurigen Truͤmmer des Kauf⸗
fahrers von Briſtol belugten, ſo waren ſie ſelbſt unſichtbar
und auf dem Verdeck war Alles ſo finſter, wie der Sturm, dem ſie zu entweichen ſuchten.
Im Augenblick, da das fremde Fahrzeug zunaͤchſt bei ihnen vorbei ſteuerte, hielt Wilder den Athem zuruͤck, ſeine Angſt hatte den hoͤchſten Grad erreicht, da er aber keine menſchliche Geſtalt, kein Signal ſah, keine Bemuͤhung, die raſche Fahrt zu hemmen, bemerkte, glaͤnzte ein Laͤcheln der Zufriedenheit auf ſeinem Geſichte und ſeine Lippen bewegten ſich lebhaft, als wuͤnſche er ſich innerlich Gluͤck, nun ſeinem Schickſal uͤberlaſſen zu ſeyn. Das andere Segel flog vor⸗ güber, wie ein Nebelgebilde und bald verſchwand es in der Ferne hinter den Schaumhuͤgeln, die ſein Kiel aufwarf⸗
„Es verliert ſich im Nebel,“ ſchrie Wilder, als er nach der ausgeſtandenen graͤßlichen Angſt wieder aufathmete.
„Im Nebel oder in den Wolken,“ antwortete Night⸗
head, der hartnaͤckig an ſeiner Seite blieb, und mit eifer⸗
ſuͤchtigem Mißtrauen die geringſte Bewegung ſeines unbe⸗ kannten Kommandanten beobachtete.
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