fedderic von Uorrmann.
Hiſtoriſcher Roman von
Carl Schmeling.
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1. Das Vermächtniß.
Dwiſchen der Klara⸗ und den Quellen der Weſter⸗Dal⸗Elf, hart an der ſchwediſchen Grenze, aber doch noch auf norwegiſchem Boden, erſtreckt ſich in den Abdachungen der Kjölen⸗Fielden das Fämund⸗Thal, eine arg zerriſſene Gebirgs⸗ klüftung, die faſt zu wild iſt, um romantiſch zu ſein, die aber zu großartig erſcheint, um nicht erhaben genannt zu werden; jedoch aller Wahr⸗ ſcheinlichkeit nach eine zu rauhe Temperatur haben dürfte, um ſich das ganze Jahr hindurch zu einem erträglichen Wohnorte für Menſchen zu eignen.
Deſſenungeachtet befand ſich an dem ſüdli⸗ chen Ausgange des Thales, mit der vorderen Giebelwand nach Schweden zugekehrt, vor un⸗ gefähr anderthalbhundert Jahren ein Gebäude, welches zwar keinen Anſpruch auf den Namen Haus haben mochte, das aber auch in ſeinem Aeußern ebenſo wenig Aehnlichkeit mit den Hüt⸗ ten der Bewohner Skandinaviens im hohen Nor⸗
den hatte.
Vielmehr glich dies Bauwerk eher einem Ver⸗ gnügungsorte, wie ihn ſich wohl der Reiche an⸗
legt, um, weit entfernt von dem lauten Treiben,
eine kurze Zeit hindurch Menſch zu ſein, nachdem Fata morg. 6. Bd. 1. Lief. 1
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er den größten Theil des Jahres anderen Zwecken gedient, oder in dem Geräuſch der Welt zuge⸗ bracht..
Ja, dieſe Annahme wurde ſogar zur Gewiß⸗ heit, wenn man die Hütte und ihre Umgebung einer näheren Prüfung unterwarf, die nothwen⸗ dig eine gewiſſe Solidität des Baues und eini⸗ gen Geſchmack in den Gartenanlagen erkennen ließ, obſchon in dem Augenblicke, wo dieſe Er⸗ zählung beginnt, der Winter über das erwähnte Haus, wie über den Garten, ſeine Schneedecke gelegt hatte.
Aber mochte dieſe Hütte auch ehedem ſolchen Zwecken gedient und mochten ihre Bewohner einſt frohe, harmloſe Tage in ihrer einſamen Abge⸗ ſchloſſenheit verlebt haben; gewiß iſt, daß dies Glück, wenn es hier heimiſch geweſen, am ſechs⸗ ten Februar des Jahres 1700 aus derſelben ge⸗ wichen war.
Denn in dem vorderen und größeren Zim⸗ mer des Gebäudes lag auf einem Bett, welches ebenſo wenig in dieſe Hütte, wie ſolche in das Fämund⸗Thal zu gehören ſchien, eine Dame von vielleicht vierzig Jahren, auf deren Antlitz noch Spuren ehemaliger Schönheit vorhanden waren, deren Tage jetzt jedoch unbedingt ihrem Ende nahten.
In demſelben ſtand ferner, unweit jenes Bet⸗ tes, ein hochgewachſener Greis mit Silberlocken, welcher ſein Geſicht mit beiden Händen bedeckte,
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