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24— BPer Orang. Uiang.
weiche Hand der ſchönen Spanierin auf ſeinem Arme— daß er dann Manches verſprechen würde, was er nur ſchwer halten konnte.
— Nun gut, Sennora, ſagte ich dann, ich verſpreche Ihnen, was in meinen Kräften ſteht. Ich fürchte nur, daß hier nicht der Ort iſt, um die Sache gründlich zu überlegen. Wir brau⸗ chen mehr Zeit und Muße dazu.
— Sie haben es errathen! ſagte ſie, und deshalb iſt es unſere Abſicht, Ihnen ein Ren⸗ dezvous zu geben, noch in dieſer Nacht.
— Vortrefflich! rief ich und drückte ihr die Hand, obgleich dieſe Eile nicht ganz meinen Beifall hatte. Und Donna Bianca wird dar⸗ über mit meinem Freunde ſprechen?
— So viel ich weiß, ja, antwortete ſie. Er wird kommen?
— Ich zweifle nicht daran, ſagte ich. Nur, meine theuerſte Sennora, will ich Sie zum Beſten Ihrer Freundin darauf aufmerkſam machen, daß George Lacadie zwar ſehr leicht Feuer fängt, aber auch ſehr bald wieder kühl wird.
— Ah, das iſt traurig! rief ſie ſcherzend. Und Sie ebenfalls?
— Ich— nun ja, ich auch! antwortete ich, und wir lachten Beide.
— Alſo Sie werden kommen? flüſterte ſie. Wenn der Ball vorüber iſt, im Garten. Sie haben heut Nachmittag das Monument bemerkt, das Gonzalez zum Andenken ſeiner verſtorbenen Gattin hat errichten laſſen?
— Gewiß, Sennora!
— Alſo in der Nähe dieſes Monumentes! Wir erwarten Sie!
Sie drückte mir die Hand und erhob ſich. Ich fühlte ihre Schulter an meiner Bruſt und konnte nicht umhin, einen flüchtigen Kuß auf die blendend weiße Stelle zu drücken, die der Shawl offen ließ.
— Abh, ſagte ſie abwehrend, Sie haben mir ſelbſt geſagt, daß Sie treulos ſind.
— Ich habe geſcherzt! ſagte ich. Auch habe ich noch keine Treue geſchworen!
— Das iſt wahr! ſagte ſie kurz, und wir erhoben uns Beide.
Als wir aus dem Zimmer traten, glaubte ich eine männliche Geſtalt in der Nähe ver⸗ ſchwinden zu ſehen, aber ich konnte mich auch getäuſcht haben. In demſelben Augenblick tra⸗ ten Bianca und George aus dem andern Zim⸗ mer. George ſah ſehr aufgeregt, ſehr glücklich aus. Seine Augen leuchteten. Wir eilten, ohne mit einander zu ſprechen, dem Salon zu, aus dem die Tanzmuſik bereits erſchallte. Das kam uns ſehr gelegen. Eine Minute ſpäter flogen wir in dem Wirbel eines raſenden Galopps dahin und entzogen uns auf dieſe Weiſe den Blicken der Neugierigen. Don Juan und Don Fernando drückten ſich wieder an der Wand ent⸗ lang und ihre Blicke waren noch düſterer, als vorher.
Nach einer Minute war der Ball beendet. Es war ein Uhr. Wir nahmen Abſchied von unſerem gaſtfreundlichen Wirth, von unſeren ſchönen Damen.
— Alſo auf Wiederſehen, bald! flüſterte mir Donna Eſtrella zu.
George ſchien eine ähnliche Aufforderung zu erhalten, denn er machte ein bejahendes Zeichen. Wir entfernten uns.
Draußen empfing uns unſere Dienerſchaft, die immer merkwürdig genug zuſammengeſetzt war. Lucky diente als Page und war heut in ſeinem Feſttagsanzuge— ein reizender Burſche. Lorana, ebenfalls im männlichen Anzuge, das lange ſchwarze Haar unter einem rothen Tur⸗ ban verborgen, und Hopp, der Affe, in einer Phantaſiekleidung, die er ſich ſelbſt aus den Kleiderſchränken der Matroſen zuſammengeſtoh⸗ len, bildeten das fremdartige Element in unſe⸗ rer Dienerſchaft. Jack war der Vierte, der ſie vervollſtändigte.
Es mußte jedenfalls ein eigenthümlicher An⸗ blick ſein, uns inmitten dieſer vier Diener zu ſehen, die Alle gleich ſchweigſam, ſtill und ernſt waren. Lorana ſah aus, wie ein junger, bild⸗ ſchöner Araber, und Freund George nannte ſie mir gegenuͤber ſelten anders als Naam— be⸗ kanntlich eine der ſeltenſten und feſſelndſten Er⸗ ſcheinungen, die George Sand in ihrem„Us⸗ koken“ gezeichnet. Ihre Lippen waren ſtets ge⸗
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