4 icht davon.
Kind. CEin leiſes Klopfen an der Thür unterbrach die Todtenſtille, die darauf eintrat. Adelheid ging nach der Thür, um ſie zu öffnen und zu fragen, wer draußen ſei.
Ein finſterer Mann trat mit ungewiſſen Schritten ein. Die Dämmerung im Zimmer und der Anblick des blaſſen Weibes auf dem Krankenlager ſchien ihn zu erſchüttern. Er wagte nicht weiterzugehen.
— Wer iſt da? fragte Marie kaum hörbar. Will mich Jemand ſprechen?
— Ja, ein Mann, den Du kennſt! ſagte
Adelheid mit zitternder Stimme. O Herr, Ihr werdet ſie tödten, wendete ſie ſich dann zu Broi⸗ zem. Steht ab von Eurem Beginnen. Sie iſt zu ſchwach, um Euren Anblick zu ertragen. Der Arzt fürchtet für ihr Leben.
Broizem antwortete nicht. Schritte näher.
— Marie, ſagte er mit leiſer Stimme, ich bin es, Dein Vater!
— Mein Vater! ſchrie Marie auf, wie von einem Geſpenſte erſchreckt. Sie richtete ſich em⸗ por. Ihre Augen öffneten ſich weit; auf ihre blaſſen Wangen trat eine brennende Fieberröthe.
— Mein Vater? rief ſie mit erſchütternder Stimme. Fort, fort von mir, Geſpenſt! Ich kenne keinen Vater! Ich kenne nur einen Mör⸗ der, der meinen Gatten gemordet!
Broizem ſchauderte zuſammen.
— Mariel ſagte er, laß die Vergangenheit hinter Dir. Sie iſt begraben. Ich komme, um Dir die Hand zur Verſöhnung zu bieten. Eine traurige Zeit liegt hinter uns. Komm, ich will ſie vergeſſen. Kehre zurück in die Arme Deines Vaters, der einſam und verlaſſen daſteht. Ich bereue Manches, was ich gethan. Komm, ſei wieder meine Tochter!
Er ſtreckte die Hand aus und wollte ihr näher treten. Aber eine wilde, heftige abweh⸗ rende Bewegung Mariens ſchreckte ihn zurück.
— Deine Tochter! rief Marie mit wahn⸗ ſinnigem Gelächter. Ich weiß nichts davon, daß ich die Tochter eines Mannes bin. Ich . Leury hun 9 7 vepee
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ür mein und Brabant's
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Sorge
Er trat einige
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bin nur Brabant's, des gemordeten Brabant's Weib. Zurück von mir, der Du Dich mein Vater nennſt, zurück! Dir ſollte ich folgen, dem Mörder Deines Weibes, dem Mörder Deines Sohnes, dem Mörder Deiner Tochter, dem Mör⸗ der meines Gatten! Ihn haſt Du mir geraubt, der mein Alles auf dieſer Erde war, den ich geliebt, ſo lange ich denken kann, zu dem mein Herz mich hindrängte trotz des Haſſes, mit dem Du ihn verfolgteſt, deſſen Beſitz meine Seligkeit war! Zurück, an Deinen Händen klebt Blut, das Blut Deines Sohnes, das Blut meines Gatten! Geh, geh zu denen, die Deine Helfers⸗ helfer waren, ruhe an ihrem Herzen, aber nahe Dich nicht einem Weibe, das allen Haß, den die Welt kennt, in ihrem Herzen ſammelt und auf Dein Haupt ausſchüttet. Zurück, Deine Gegen⸗ wart entehrt dieſen geheiligten Ort, dieſen Tem⸗ pel, in dem mein Gatte, der edelſte Mann in Braunſchweig weilte. Ha, ſiehſt Du ſeinen blu tigen Schatten emporſteigen aus dem Grabe, ſiehſt Du, wie er den Arm erhebt, um mich zu zu ſich zu fordern und Dich zu beſtrafen, wie er den Arm ausſtreckt, den Ihr ihm zerbrochen, den ihr ihm abgeriſſen, den edlen Arm, der ſo viel Traurigen und Unterdrückten Troſt und Hülfe gebracht? Ja, Brabant, ich komme. Auch zu Dir komme ich, Gottfried, und zu Dir, meine liebe, liebe Mutter, die Du geſtorben aus Gram über das Elend Deiner Tochter. Zu Euch komme ich, und er, er ſoll allein zurückbleiben, die Verzweiflung ſoll wühlen in ſeinem Herzen und die Geiſter der Rache ſollen herabſchweben auf ſein Haupt! Ich komme, Brabant, ich komme! Zurück, der Du Dich mein Vater nennſt! Fluch über Dich, Fluch über dein Haupt, Fluch über Dein Thun! Fluch!
Mit einem gellenden Schrei ſtürzte ſie zurück auf das Lager. Broizem wankte leichenblaß und mit geſträubtem Haar zur Thür hinaus.
Zitternd und wankend ging Adelheid zu ihrer Freundin und beugte ſich mit einem tie⸗ fen Seufzer über das unglückliche Weib. Sie regte ſich nicht, ihr Auge war gebrochen, ihre Lippen zuckten nicht mehr
Marie von Broizem war todt.
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*¼ Alun die Leſer! Ganzein derſelben Weiſe wie dieſer erſte Band wird der zweite Band der„FATA
gLgongaNA“ erſcheinen und jeden zwei und dreißigſten Tag ein Heft von drei Doppelbogen zum Preis von 4 Sgr.(für außerhalb des Porto's wegen für 5 Sgr.) pünktlich gelieſert werden. Wegen Beſtellungen de wolle man ſich entweder an diejenigen Perſonen, welche die Hefte bisher geliefert haben, oder aber an die 33 nächſte Buchhandlung wenden. Auch in dem Falle, daß die Hefte nicht pünktlich eintreffen ſollten, iſt dies — der nachſten Buchhandlung anzuzeigen, die das Verlangte ohne Preiserhöhung aushändigen wird. . 4


