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Genoſſen zu. Degen! Wir werden ſie brauchen können!
Colletta und Antonio auf den Flügeln der Un⸗ geduld voran.
— Jungen! rief der Schiffer, wo kommt Ihr denn ſchon wieder her? Seid Ihr denn in Caſtellamare geweſen?
— Nein, Vater! erwiederte der Aeltere, ſo weit ſind wir nicht gekommen. Als wir bei der Bucht waren, da wo der Fels ſo roth iſt, und ſo ſteil in die See abfällt, ſagte uns der Pater, wir möchten nur umkehren, die Geſell⸗ ſchaft werde ausſteigen, eine andere Barke würde ſie abholen. Da ſetzten wir denn die Herren und die Damen ans Land. Aber, Va⸗ ter, eine Familie war das gewiß nicht, oder doch ganz gewiß eine ſehr ſonderbare. Denn der alte Herr ſaß ganz ſtumm da, und erwiederte kein Wort, wer ihn auch fragen mochte. Die alte Dame weinte und betete in Einem fort. Die beiden jungen Fräulei aber, es war ein Jammer zu ſehen, hielten ſich feſt umſchlungen und tröſteten einander, ſprachen aber mit dem
jungen Manne— ich kenne ihn, es iſt der Sohn
des Kriſtallaro— kein Wort, mochte er ſie freundlich oder drohend anreden. Sie würden ſich Beide tödten, ſagten die beiden Fräulein, wenn irgend Jemand wage, ihnen zu nahen.
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Jeder drängte ſich hinzu. Alle wollten die abenteuerliche Fahrt mitmachen.
— Nein! rief Michhele, das geht nicht! Alle könnt Ihr nicht von der Partie ſein. Aber ich werde mir die Tüchtigſten, und die heut a wenigſten gelitten haben, ausſuchen.*
Er wählte ſich zwanzig der entſchloſſenſten und kraftigſten Lazzaroni. Jeder mußte eilig ſeine Waffen herbei holen.
— Sol ſagte Micchele. Heut Abend, hoffe ich, wird Neapel um einen Bürger und drei Bürgerinnen reicher, und die Welt von zwei Schuften mehr befreit ſein!
Mit dieſen Worten ſtiegen Alle in eine große, bereitliegende Barke, der älteſte Knabe des Schiffers ebenfalls.
— Nun, mein Junge, zeige uns den Weg! ſagte Micchele. Führe uns bis zu der Bucht, wo die Geſellſchaft ausgeſtiegen iſt. Dann wol⸗ len wir weiter ſehen!
Sie ruderten tüchtig vorwärts. Bald zeigte ſich der rothe, ſteil ins Meer abfallende Fels.
4— Bis zur Bucht ſelbſt rudern wir nicht!
ſagte Micchele. Wir wollen vorher ausſteigen. Zwei von Euch und der Knabe bleiben zurück, und hüten die Barke, bis wir wieder kommen!
Darüber lachten der junge Herr und der Pa⸗ Während der Zeit macht einige Plätze für die
ter, ſo recht hämiſch und boshaft, daß uns ganz bange zu Muthe wurde.
Colletta und Antonio hörte den Worten des Knaben mit zuſammengebiſſenen, Lippen und
verzweifelten Blicke zu.
— Sie ſind es! rief Colletta endlich ſeuf⸗
zend aus. Es iſt kein Zweifel! Aber, großer Gott, was ſollen wir thun? Wo weilen die be gen zu beobachten.
Schurken? 1— O, ſagte Micchele plötzlich, mir ahnt Etwas. Gebt die Hoffnung nicht auf! Vor⸗
wärts, Bürger Colletta und Ferri, wir wollen
ſehen, ob wir den Verräthern die Beute nicht
abjagen rann Kein größeres Glück könnte
hren, als wenn wir die Verlobten un braven Republikaner im Triumph ten!
vill uns begleiten? rief er ſeinen Der hole ſeine Flinte und ſeinen
n
— Laßt mich nur! ſagte er. guten Inſtinkt! Wir wollen ſchon ſehen!
Damen zurecht, ſie werden müde ſein.
Colletta und Antonio mußten unwillkürlich lächeln über die vertrauensvollen Worte des braven Capo Lazzaro.
Ich habe einen
Von jetzt ab bat er die beiden Freunde und efahl ſeinen Gefährten, das tiefſte Stillſchwei⸗
— Wir dürſen auf keinen Fall bemerkt werden! ſagte er, ſonſt iſt unſere ganze Liſt vereitelt.
Micchele ging voran, die beiden Freunde und die Lazzaroni folgten ihm.
Durch ſtruppiges Gebüſch ſchritten ſie die ſteilen Felſen aufwärts, nicht ohne Mühe, denn das morſche Geſtein rollte oft unter ihren Fü⸗ ßen davon und bedrohte die weiter unten Fol⸗ genden. Dennoch langten ſie glücklich auf der Spitze des Berges an, wo Micchele ſogleich


