Teil eines Werkes 
1. Bd. (1849)
Einzelbild herunterladen

— 60—

welche Euch am Herzen liegen; auch würdet Ihr ihm einen der falſchen Begriff von Euerm Zuſtande beibringen, wenn Ihr der durch zu vieles Reden Euern Puls beſchleunigtet und das jen Blut in Euer Geſicht treibt.“ hie

„Ich verſtehe Euch, Decan;— mein Geheimniß iſt mein die

Geheimniß, und kein Doector ſoll es aus mir herausbringen, ſo lange ich weiß, was ich ſpreche. Ich bin kein ſo großer verf Freund von den Doctoren, um mich bei ihnen Raths zu Dif erholen.“ wa

„Dann iſt heute Sabbat,“ ſetzte der Phariſäer hinzu, ſeir „und es will ſich nicht ziemen, daß man an dem Tage des von

Herrn zu ſehr bei weltlichen Dingen verweilt.“ ren Nach dem, was ſich begeben hatte, möchte ein Neuling ſchr ſich nicht wenig über die ungemeine Ruhe gewundert haben,

mit welcher der Decan dieſe Worte vorbrachte. Daggett war ver aber nichts weniger als erſtaunt, er hatte die Tiefe des me Gewiſſens ſeines neuen Bekannten ermeſſen und lange genug ich gelebt, um zu wiſſen, wie weit Betheuerungen und Hand⸗ hör

lungen oft von einander abweichen.

In der That findet man nur zu viele Menſchen, welche der das bei Anderen tadeln, was ſie ſich jeden Augenblick löw erlauben, die über die Gebrechen und Laſter Anderer herfallen, 3 auf in welche ſie ſelbſt ſo verſtrickt ſind, daß ſie ſo zu ſagen einen Theil ihres Daſeins ausmachen.. Dee

Was den Decan betrifft, ſo glaubte er wirklich, es ſei am unziemlich und gebe ein böſes Beiſpiel ab, wenn Daggett an Iſt dem Tage des Herrn mit Doctor Sage in Betreff jener Dublonen ſpräche, während er ſelbſt kurz vorher ſich kein Dee Gewiſſen daraus gemacht hatte, lange und mit großem Eifer 4 wo

von demſelben Gegenſtande zu reden. Wir halten es nicht