Teil eines Werkes 
1. Bd. (1849)
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waren beide kurz nacheinander geſtorben, und nun hatte ſie faſt zehn andere Jahre unter dem Dache ihres Oheims gelebt, und Gewohnheit, natürliche Anhänglichkeit und die Sitten des Landes hatten es dahingebracht, daß ſie ſich hier ganz heimiſch fühlte. 3 Mary war das uneigennützigſte, ſelbſtſuchtloſeſte Weſen, das je gelebt hat. In dieſer Hinſicht war ſie ganz das Gegen⸗ theil ihres Oheims, welcher ſie wegen ihrer Mildthätigkeit und den Handlungen nachbarſchaftlicher Güte, die er Ver⸗ ſchwendung nannte, oft heimlich tadelte. Mary ließ ſich aber nicht irre machen, ſchien ſolche Bemerkungen zu überhören, und that ruhig und in aller Demuth ihre Pflicht.

Die erſten Anſtedler von Suffolk kamen aus Neu⸗Eng⸗ land, und der Charakter der Bevölkerung dieſer Grafſchaft weicht bis auf dieſe Stunde von den Sitten und Anſichten Neu⸗Englands nur wenig ab. Nun ſſt es aber eine der hervorſtechenden Eigenthümlichkeiten Connecticuts, nicht gern von Etwas zu ſcheiden, ehe man einen Erſatz dafür in der Hand hat. Jene kleine Dienſtleiſtungen, Geſchenke und Gaben, mit welchen man anderswo ohne einen Gedanken an Erſatz dem Nachbar entgegenkommt, werden hier regelmäßig in das Tagebuch eingetragen, und erſcheinen oft nach Jahren, wenn ſie von den Empfängern längſt vergeſſen ſind, inAbrech⸗ nungen undAusgleichungen wieder. Selbſt Leute, welche Wagen und Pferde halten, vermiethen ſie, und die Art, wie wohlhabende Leute für Dinge, welche in den Mittelſtaaten nichts koſten, Geld annehmen und ſogar fordern, erregt oft Staunen und nicht ſelten Abſcheu. In dieſer Beziehung iſt die Wirthſchaftlichkeit des Schweizers und des Schottländers, beſonders des letztern, faſt ebenſo kleinlich, wie die des Neu⸗