5
.——
—-—— / 8
geboren, obgleich er dem Unfalle, nach einem andern Syſteme benannt zu werden, als deſſen Bewunderer wir auch nicht gelten möchten und demzufolge man ſich der Familien⸗ ſtatt der Taufnamen bediente, eben noch entſchlüpfte. Dieſe Namen⸗ Geſchichte iſt eine Art eigener Wiſſenſchaft, welche nach unſerem Bedünken in den vereinigten Staaten weniger gekannt und beachtet wird, als in faſt allen andern Ländern. 5 Wenn ein Spanier ſeinen Namen Juan de Caſtro y Muſios*) ſchreibt, wiſſen wir ſogleich, daß ſein Vater der Familie Caſtro, ſeine Mutter der Familie Munos angehörte. Die franzöſiſchen, italieniſchen, ruſſiſchen u. ſ. w. Frauen ſchrei⸗ ben ſich„Frau So und So, geborene Die und Die,“ wodurch die ganze Geſchichte ihrer Individualität ins Klare gebracht iſt. In Frankreich ſetzen viele Frauen ihren Familiennamen vor den ihres Gatten,— eine ſehr verſtändige, einfache Sitte, welche, wie wir mit Vergnügen bemerken, auch bei uns hei⸗ miſch zu werden beginnt. Auch die Grabſtein⸗Inſchriften könn⸗ ten klarer und zweckmäßiger gemacht werden, wenn man beſtimmt angäbe, wer die Geſchiedene nach Vater und Mut⸗ ter geweſen iſt, und jede Hausfrau ſollte etwa in folgender Weiſe bezeichnet werden:„Hier liegt Jane Smith, Gattin des John Jones“ u. ſ. w.; oder:„Jane, Tochter des Thomas Smith und Gattin des John Jones.“ Irren wir nicht, ſo ändert ſich in manchen Ländern der Name der Frau eigentlich nicht, ſondern ſie tritt als Gattin nur unter dem Namen ihres Gatten auf. Jane Smith wird zum Beiſpiel Miſtreß John Jones, aber nicht Miſtreß Jane Jones. In Folge dieſer Anſicht
*) Das ſpaniſche y entſpricht unſerem„und;“ der Name iſt alſo de Caſtro und Munos.


