Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
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leitete, war für mich ſtets ein Gegenſtand der höchſten Bewunderung und Dankbarkeit. Ihre Herrſchaft war wahr⸗ haft eine Herrſchaft der Liebe. Ich wüßte nicht, daß ich ſie je ihre Stimme in Zorn gegen irgend ein menſchliches Weſen, geſchweige gegen ihre eigenen Kinder hätte erheben hören; wenn aber ein Tadel laut werden mußte, ſo geſchah es in der Sprache der Theilnahme und Liebe, welche ſich mehr oder weniger, je nachdem es die Umſtände forderten, in Strenge kleidete. Das Ergebniß war ganz das, wel⸗ chem unſere innigſten Hoffnungen entgegen ſahen.

Wenn wir reiſten, hatten wir unſer junges Volk ſammt und ſonders bei uns; und ein neuer Zeitabſchnitt voll des ſchönſten, durch die innigſte häusliche Liebe erhöhten Glückes begann für uns. Wer die Welt kennen gelernt hat, muß wiſſen, in welcher Weiſe ſich unſer geiſtiges Daſein, ſo zu ſagen, ausdehnt; wer ſie aber nicht kennt, weiß auch nichts von der tiefen, herzinnigen Freude, welche es gewährt, wenn dieſe Ausbildung des ſittlichen Menſchen in der eng⸗ ſten Verbindung mit denen ſteht, welche uns auf Erden am theuerſten ſind.

Alles, was Lucy während unſrer erſten Reiſe auf der andern Halbkugel ſah und lernte, erhöhte den Genuß die⸗ ſes Ausflugs; ihr jüngſtes Kind— unſere vier Kinder waren in den erſten acht Jahren unſrer Heirath zur Welt gekommen— ihr jüngſtes Kind hatte die Kinderjahre lange hinter ſich, und ſie hatte Muße, ſich der Wonne, das Glück ihrer Kinder zu erhöhen, hinzugeben. Sie hatte ſich durch Lectüre gebildet, und ihre geſchichtlichen Kennt⸗ niſſe beſonders waren ſtets zur gemeinſamen Belehrung zur Hand. Darin war, nichts von Gepränge, ſondern