— 380— ken wegzubringen; wenn es geſchehen könne, geſchehe es am beſten ſogleich.
„Herr Lieutenant,“ antwortete der Franzoſe ein wenig trocken,„mein tapferer Capitain hat nur noch kurze Zeit zu leben. Er hat darum gebeten, hier auf dem Schauplatze ſeines Ruhmes und bei dem weib⸗ lichen Weſen zu bleiben, welches er ſo innig liebte; aber ihr ſeid die Sieger—“ ſetzte er achſelzuckend hinzu,— „und ihr werdet thun, was euch beliebt.“
Wincheſter erröthete und biß ſich in die Lippen. Der Gedanke, Raoul körperlich oder geiſtig zu quälen, war dieſem ſo menſchlich fühlenden Offiziere nicht in den Sinn gekommen; aber der ihm aufgebürdete Argwohn ſchmerzte ihn. Dennoch faßte er ſich, und erklarte nach einer höflichen Verbeugung, er werde bei dem Gefange⸗ nen bleiben, bis Alles vorüber ſei. Der Franzoſe war überraſcht; als er die Theilnahme des Andern in dem Ausdrucke ſeines Geſichtes las, bedauerte er, ihm miß⸗ traut, und mehr noch, es ausgeſprochen zu haben.
„Mais, Monsieur,v antwortete er,„die Nacht wird kommen; Ihr werdet ſie auf dem Felſen hinbringen müſſen.“
„Und wenn dies der Fall iſt, Doctor, ſo iſt es nicht mehr, als was wir Seeleute zu thun gewöhnt ſind. Der Bootsdienſt kommt häufig an uns. Ich darf mich nur in meinen Mantel hüllen, um mich aller Behaglichkeit eines Seemannes zu erfreuen.“
Damit war die Sache abgethan, und man ſagte nichts


