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Das Wunderjahr 1566 : historischer Roman / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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127 einen Theil Schützen mit ihm nach der Kirche zu ſchicken;

aber eine andere Gefahr hinderte die Obrigkeit, dieſer Bitte zu willfahren. Man hörte in der Richtung des ſpani⸗ ſchen Quartiers ein heftiges Schießen, verwirrtes Kriegs⸗ geſchrei und alle Zeichen eines blutigen Gefechtes. Viele Schützen hatten die Wache verlaſſen, um ſich nach Hauſe zu begeben, und ihr eignes Gut vor Plünderung zu ſchü⸗ tzen, ſo daß der Bürgermeiſter die wenigen übriggebliebenen nicht von dem Stadthauſe wegſchicken durfte.

Das Schießen und Geſchrei, das man hoͤrte, war von Houtappel und ſeinen Freunden veranlaßt, welche einen Anfall auf das ſpaniſche Quartier gewagt hatten.

Die Spanier hatten dieſen Anfall erwartet und ihre Dienſtleute bewaffnet vor ihre Häuſer in der Klooſterſtraet geſtellt. Als die Geuſen zum erſtenmale angriffen, fanden ſte heftigen Widerſtand und mußten mit Verluſt von vier Männern zurückweichen. Aber ihre Wuth wurde durch dieſen Unfall noch großer. Houtappel ſprach ſeinen Kameraden Muth ein, und lief mit ihnen aufs Neue gegen die Spanier an....

Nun hoͤrte man von dem großen Markte das Schie⸗ ßen der Gewehre und das wilde Schreien der Parteien, die einander gegenüber ſtanden. Die Geuſen behielten dießmal die Oberhand über ihre Feinde, da ſie muthiger waren und mehr Leute hatten; ſie warfen ſich mitten un⸗ ter die Spanier, ermordeten Alles, was Gegenwehr bot, und trieben die Andern in die Flucht, bis ſie endlich Herr des Schlachtfeldes waren.

Die Todten und Verwundeten wurden in das Peer⸗ deken bei der Hoogſtraet getragen. Als die Verwundeten verbunden waren, begaben ſich die Geuſen zurück in die Klooſterſtraet, und liefen in die Häuſer, um das Nieder⸗ metzeln fortzuſetzen, bis kein Feind mehr übrig ſei.

Während dieſer Zeit waren die Bilderſtürmer noch

beſchäftigt, Alles in der Liebfrauenkirche in Stücke zu