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Das Wunderjahr 1566 : historischer Roman / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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Die Heiligenſchänder kamen endlich in großer Anzahl auf den Künſtler zu und warfen ihn mit den Stücken der Bilder, um ihn wegzutreiben; doch er bewegte ſich

nicht, und ſchien ohne Gefühl für ihre Plötzlich ſchwang ſich einer behende h den Maler und zog ihn zu Boden. Das Ge ging los und zer⸗ ſchmetterte die Bruſt eines Bilderſtürmers.

Nun rief man:Schlagt ihn todt, ſchlagt ihn todt!

Mein Bild! ſchrie der Maler,mein Chriſtus! und hob die Hände bittend zum Himmel. Er ſah das Bild zerbrochen und in Fetzen neben ſich im ſelben Augenblicke zu Boden ſinken, als ihn ein Geuſe mit einem Dolche durchbohrte. Der unglückliche Kürſiler ſprang auf, fiel aber alsbald wieder zurück auf die Stücke ſeines Gemäldes. Wie er ſchon früher geſagt: ſein Blut ſtrömte der Kunſt zum Opfer uͤber das Werk ſeiner Hände.

Die Bilderfeinde ließen van Horts Leiche liegen, und

Vorte und Thaten.

begaben ſich auſ's Neue an das Stürmen. Die zwölf Apoſtel ſtanden herrlich gemeiſelt über den Pfeilern, die die Wölhung unterſtützten. Hohe Leitern wurden dagegen geſtellt und mit Hacken und Stricken arbeiteten die Schaͤn⸗ der ſo lange, bis alle die marmornen Bilder in Stücken am Boden lagen. Viele wurden durch ihren Fall ver⸗ wundet und man hörte in der ganzen Kirche lautes Jam⸗ mern, doch nichts konnte ſie zurückhalten; die Raſerei hatte ſie verblendet.

Ein prächtig Bild allein ſtand noch unberührt mitten unter dieſen heiligen Trümmern. Es war das wunder⸗ ſame BildUnſre liebe Frau von Antwerpen. Sie war noch im Feſtgewande, wie ſie zwei Tage zuvor beim Um⸗ gang herumgetragen wurde. Eine Krone von köſtlichen Diamanten verzierte ihr Haupt. Ein Mantel von goldenem Tuche, mit glänzenden Perlen durchwoben, ſiel in reichen Falten an ihr nieder. Das goͤttliche Kind trug den ſchweren ſilbernen Weltball in der Hand.

Warum dieß Bild noch nicht zerbrochen war, iſt