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ſtieg auf die Treppe einer Windmühle. Das Volk horchte mit ängſtlicher Neugier. Herman rief ihnen zu: „Morgen, um acht Uhr, Predigt in der Liebfrauen⸗ kirche”“ Und er ſtieg unter dem Jauchzen:„Es leben die Geuſen!“ die Mühlentreppe herab.
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Nun begann der ſchreckliche Tag im Oſten zu grauen. Ein dichter Nebel ſtieg aus Weſten dem Morgenlichte ent⸗ gegen und bedeckte die Sonne mit einem undurchdringlichen Schleier. Es ſchien, die herrliche Perle in Gottes Krone wolle mit ihren Strahlen ſolche Greuel nicht erhellen, und habe die kalten Dämpfe als einen Mantel um ſich gezogen. Den ganzen Tag war der blaue Himmel unſichtbar, die Luft war mit Staubregen geſchwängert.
Die Thüren und Fenſter öffneten ſich. Der friedſame Tagloͤhner ging eilig an ſein Werk, ſeinen kleinen Sack mit dem täglichen Brode gefüllt; die Kaufleute ſtellten ihre Waaren aus, die Hausfrau ſtreute ſorgſam den weißen Sand vor die Hausthüre;— denn Niemand wußte, was geſchehen ſollte.
Um acht Uhr veränderte ſich die Ruhe der Stadt in ein wühlendes Durcheinandertreiben des Volkes, das durch die Gaſſen ſtrömte. Von Neugier getrieben, verließen die Handwerker ihre Werkſtätten, die Bootsleute ihre Schiffe, die Väter ihre Familien und mitten durch dieſes Gewühle von Köpfen ſah man die Gewehre der Soldaten blinken. Nichts aber deutete auf die Greuel, die verübt werden ſollten, denn das Herumſtrömen des Volkes konnte man zu jener Zeit alle Tage ſehen. Da und dort rief ein Un⸗ vorſichtiger:„Es leben die Geuſen!“ Der größte Auf⸗ lauf war auf dem großen Markt; unzählige Schützen ſtanden vor dem Stadthauſe. Gewiß hatte der wohlweiſe Magiſtrat etwas von den Abſichten der Geuſen ver⸗ nommen, denn noch nie war das Stadthaus ſo ſtark beſetzt geweſen.
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