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Ludwig e Mit⸗ Dieß
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mußte nicht ſehr leicht ſein, denn ſchon hatten ſie eine halbe halbe Stunde zuſammen geſprochen, als Ludwig ausrief:
„Nun denn, Godmaert, ich verlaſſe mich auf Eure väterliche Güte:— ich werde einen Eid leiſten, wenn Ihr es wollt.“
Nun wurde das Kreuz auf den Tiſch gebracht und Godmaert ehrerbietig ſein Haupt entblößend, worin ihm alle folgten, ſprach mit feierlicher Stimme:
„Jüngling! Du ſchwörſt bei der heiligen Paſſion un⸗ ſeres lieben Herrn Jeſu Chriſti, daß Du Deinen Brüdern überall beiſtehen wolleſt, daß Du mit Seele und Leib kämpfen wolleſt, zu Verjagung unſerer gemeinſamen Feinde, und daß Du dem Oberhaupte gehorchen wolleſt, das Du und die andern ſich erkieſen werden. Was Deine religiö⸗ ſen Gefühle anbelangt, ſo fürchte nichts, wir alle ſind und bleiben getreu dem Glauben unſerer Väter.“
Ludwig hob ſeine Hand in die Höhe:„Dieß ſchwör' ich bei meinem Gott und meiner Ehre,“ rief er,„mit der Bedingung, daß Ihr nie etwas gegen den katholiſchen Glauben unternehmet.“
Nun wurde brav auf ſeine Geſundheit getrunken und Schuermans ſelbſt reichte ihm freundlich die Hand.
„Meine Herren,“ ſprach Godmaert,„der Tag graut im Oſten; die Zeit wird kurz. Darum iſt es nöthig, daß ich Euch den Reſt meiner Sache vorlege. Bei dem Dorfe Zoerſchel wohnt Wolfgang, der mit einer Bande von unge⸗ fähr zwanzig längſt dem Galgen entlaufen iſt, und viele Verbrechen verübt, ſowohl an Belgiern als Spaniern. Dieſen Mann muß ich, auf Befehl des Prinzen, wie Ihr wißt, durch Geld oder andre Mittel an uns ziehen. Wir alle ſind als Geuſen bekannt; darum kann die Sache nicht durch uns geſchehen; Ludwig allein, befehle ich, kraft ſeines Eides, ſich zu Wolfgang zu begeben.“
„Es iſt bitter,“ antwortete Ludwig traurig,„die Ehre der Befreier des Vaterlandes mit Dieben und Galgenbrü⸗


