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Das Wunderjahr 1566 : historischer Roman / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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der den Tod nicht verdiente? Sie haben uns unſre Frei⸗ heit geraubt und uns zu Sklaven gemacht. Sie haben unſre Brüder ungeſtraft gemordet!.... Und wir wir! das alte Kriegervolk von Ambiorix, wir ſollten unſre Dolche ruhen laſſen: mit gekreuzten Armen das Blut unſrer Brüder dampfen ſehen! Und, das Blut, das trotz meines Alters, noch warm mir durch die Adern lauft, will ich dem Lande meiner Väter opfern. Und dem letzten Spanier mit Wolluſt das Herz aus dem Leibe reißen!

Er ſchwieg einige Augenblicke, denn die Rede und der Zorn hatten ihn zu ſehr angegriffen.

So wißt denn, fuhr er einige Augenblicke darauf fort,daß König Philipp die Bittſchrift ſeiner Niederlän⸗ der mit Verachtung zurückgewieſen. Der Prinz von Oranien, die Grafen von Egmont und von Hoorn, und alle andern Vaterlandsfreunde zu Brüſſel, ermahnen uns antwerpner Geuſen, ſo viel Volks als möglich zu ſammeln, zum großen Umſturz der Dinge, der bald vor ſich ge⸗ hen ſoll... Dann ſollen unſre Unterdrücker ſehen, daß wir nicht aus der Art geſchlagen und ſo wenig als unſre Väter die Herrſchaft fremder Völker ertragen.

Hier ſchwieg der greiſe Redner. Alle hatten in tief⸗ ſtem Schweigen ſeinen Worten gelauſcht, als er noch ſprach; aber als er geendet, begannen ſie auf's Neue zu trinken, laut die Spanier zu verdammen und ihre Herzen durch gegenſeitige Aufmunterung zur Rache anzufeuern. Ludwig, obwohl durch die Worte Godmaerts bewegt, blieb ſtill über das Gehörte nachdenkend. Das alte Weib vom Schlafe überwunden, ſchnarchte. Der heftige Schuer⸗ mans hatte ſeine Wunde bald vergeſſen und trank mit ſeinen Kameraden auf die künftige Freiheit des Vater⸗ landes und den Untergang der Spanier.

Indeſſen hatte Godmaert den verwunderten Ludwig etwas bei Seite genommen und ſuchte ihn durch alle Mit⸗ tel von ſeinen politiſchen Anſichten zu überzeugen. Dieß

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