I.
Laet niet io mynen soon, dai de Neerlanders von den uytheemschen verdruckt worden, ten ware dat gy u setven in een jammerlycken en gheduyrighen inlandschen oorlog wilde steken.
Kaiſer Karl an ſeinen Sohn Philipp II.
Es war im Jahre unſres Herrn 1566, am 16. des Monats Auguſt.
Die Nacht war düſter und der abwechſelnd nieder⸗ ſtrömende Regen hatte in den engen Straßen der Stadt Antwerpen eine Menge kleiner Seen gebildet. Kein an⸗ deres Licht zeigte ſich weit und breit dem Auge als das der kleinen flackernden Kerzen, welche die Einwohner vor den Bildern angeſteckt hatten. Wenige Bürger durften ſich in dieſen Zeiten allein um Mitternacht auf die Straßen begeben, denn die verſchiedenen Parteiungen, die damals herrſchten, hatten Jeden zum Feind des Andern gemacht. Nur der Nachtwächter mit Picke und Laterne durchkreuzte die Stadt.
„Zwoͤlf Uhr ſchl ägt die Glocke!“ rief er in dieſem Augenblick und ſein Schatten ſich immer mehr vergrößernd, verſchwaad in den Zwartſüſterſtraet.
Pſt!— komm', er iſt weg,“ ſagte ein Mann hinter dem Brunnen des Viehmarktes hervorkommend, dem ein Das Wunderjahr 1566. 1


