Kein Laut ließ ſich unter dem dumpfen Sauſen dieſer Tauſende und Tauſende von Menſchen unter⸗ ſcheiden, außer dem düſtern und Angſt erweckenden Geläute der Todtenglocke, die ihre Klagetöne, einen nach dem andern, in die Luft fallen ließ.... und hin und wieder einem erſtickenden Nothſchrei, ſo durch⸗ bohrend und entſetzlich, daß er mehr noch, als die traurige Stimme der Todtenglocke, die Zuſchauer mit Zittern und Beben erfüllte.
Aller Augen waren ohne Unterlaß nach dem Stadthaus gerichtet und auf einen Punkt vor dem Gebäude gefeſſelt, vor dem eine dicke Rauchwolke, ſich kräuſelnd, in die Höhe ſtieg, und hin und wieder der ſchreckliche Schmerzensruf mit einer Feuergluth. ſich erhob.
Was an dieſem Tag auf dem großen Markte geſchah, erzählt uns folgendermaßen Matteo Ban⸗ dello, Biſchof von Agen, der zu jener Zeit lebte und aus dem Munde eines Augenzeugen berichtet*).
„Auf den beſtimmten Tag wurde Simon Turchi in denſelben Zwangſtuhl geſchloſſen.... und auf einem Karren durch die Straßen von Antwerpen ge⸗ führt, während der gute Pater ihm beſtändig Geſell⸗ ſchaft leiſtete und zuſprach. Als ſie auf den Großen Markt kamen, wurde der Stuhl, mit Simon darauf, von dem Karren genommen. Die Henkersknechte machten rings darum ein kleines Feuer, in das ſie von Zeit zu Zeit Holz nachlegten, jedoch ſo, daß die Hitze nicht zu groß wurde, aber völlig genügte, um den unglücklichen Turchi allmälig zu braten. Der
*) Siehe Willems, Belgiſches Muſeum VI., 256.
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