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Simon Turchi oder Die Italiener in Antwerpen (1550) : historische Erzählung aus dem sechzehnten Jahrhundert / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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Ihr habt mich in aller Eile hieher entboten, um mir eine ſchreckliche Offenbarung zu machen? Ich eilte hieher. Meine Diener ſtehen vor der Thüre. Habt Ihr Geronimo's Mörder entdeckt? Nun, ſprecht, Simon, was wißt Ihr?

Etwas ſo Schreckliches, Herr Landvogt, daß mein Mund das grauſame Geheimniß nicht zu ſtam⸗ meln wagt, ſeufzte Turchi.O, könnte ich ewig....

Beruhigt Euch, Signore, fiel der Landvogt mit großer Kälte ein.Sagt mir klar, was habt Ihr vernommen?

Aber, aber, ich wollte allein mit Euch ſein, Herr Landvogt. Die Zeitung könnte wohl, wenn ich ſie vor Signor Deodati enthüllte, ein eben ſo großes Unglück verurſachen.

Der greiſe Kaufmann war zitternd auf einen Seſſel niedergeſunken und ſprach nun mit Thränen in den Augen und mit einem ſchmerzlichen Hohn⸗ lächeln:

Wie grauſam Ihr ſeid, Signor Simon! Was könntet Ihr Schrecklicheres mir ſagen? Ihr ſprecht von Geronimo's Seele; Ihr kündigt mir ſeinen Tod an und wollt mich dem folternden Zweifel ausgeſetzt laſſen! Sprecht, ich beſchwöre Euch, ſprecht!

Alles, was Simon geſagt hatte, war nur Falſch⸗ heit und Heuchelei, um ſeine Zuhörer glauben zu machen, er ſei bis zum Wahnſinn aufgeregt, und ihren Verdacht von ſich ſelbſt abzulenken, und den Boden für ſeine Erklärung vorzubereiten.

Nun ſchien er ſich der Nothwendigkeit zu unter⸗ werfen und begann mit einem tiefen Seufzer:

Wohlan! Gott gebe, daß über der greulichen Conſeience, Simon Turchi. 19