haben ſchon ſo viele Eurer Landsleute um Mavia's Hand geworben, die minder glücklich waren, als Ihr, und Euch darum vielleicht beneiden.
Der Jüngling antwortete mit einem Lächeln, das eine Ablehnung des empfangenen Rathes voraus⸗ ſetzen ließ.
„Es iſt ſchwierig, Herr, im Beiſein derjenigen, welche der Gegenſtand unſerer Huldigung ſein muß, von dergleichen Dingen zu reden. Laßt mich, ich bitte Euch, ganz frei darüber entſcheiden, wie ich die Pflicht der Höflichkeit, wozu ich der Jungfrau ge⸗ genüber gehalten bin, nach Gebühr erfüllen kann.
„Aber mit Eurer Erlaubniß, Signore,“ rief der alte Edelmann halb zornig aus,„es gereicht Euch nicht zur Ehre, wenn Ihr den Rath eines erfahrnen
Mannes zurückweiſet, um einer bedeutungsloſen Laune
zu willfahren. Vermeſſenheit iſt eher Unverſtand, als Muth.“
„Vater, Vater, ereifre Dich nicht,“ flehte Maria, „Signor Geronimo läuft keine Gefahr.“
„Unſinniges Vertrauen,“ ſiel der Greis ein; „was für ein Recht hat der Junker, um ſich mehr als andere über Gefahr und Unglück erhaben zu wähnen? Daß Geronimo ſo vermeſſen auftritt, iſt vielleicht verzeihlich; aber Du, Maria, verdienſt ſicher⸗ lich ſtrengen Tadel, daß Du Deinen Freund in ſei⸗ nem gefährlichen Wahn noch zu beſtärken wagſt.“
Die Jungfrau beugte das Haupt unter dem Verweiſe ihres Vaters und flüſterte zur Entſchuldi⸗ gung:
„Geronimo hat ein Heiligthum, einen Talisman, Vater.“
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