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Simon Turchi oder Die Italiener in Antwerpen (1550) : historische Erzählung aus dem sechzehnten Jahrhundert / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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Etwas Schreckliches, Herr Van de Werve. Man hat den Leichnam des armen Barberi aus einem Brunnen aufgefiſcht; er hatte zwei Dolchſtiche im Halſe. Ohne Zweifel iſt er dieſe Nacht überfallen und ermordet worden...

Es iſt traurig, daß in unſerer Stadt Antwer⸗ pen ſo viele Mordthaten vorkommen, erwiderte Van de Werve.Das iſt nun die vierte in einem Mo⸗ nat! Jedesmal ſind die Schlachtopfer Spanier und Italiener, und daß die Verbrechen einzig aus Haß oder Eiferſucht geſchehen, läßt ſich genugſam daraus erkennen, daß die Körper des Geldes und der Kleino⸗ dien unberaubt bleiben. Abſcheulich vor Gott und Menſchen iſt die Gewohnheit der ſüdlichen Völker, die auf ſolche Art plötzlich und oft aus dem gering⸗ füßigſten Grunde einander in der Finſterniß über⸗ fallen und tödten... Und Ihr ſelbſt, Signor Gero⸗ nimo, fürchtet Ihr nicht, daß die Hand eines Fein⸗ des auch Euch treffen könnte?

Der Junker ſchüttelte verneinend den Kopf.

Zum Beiſpiel, fuhr Maria's Vater fort,es iſt heute Mai⸗Abend. Ich brauche Euch nicht zu fragen, ob Ihr geſonnen ſeid, Maria eine Serenade zu bringen. Es iſt Brauch bei Euren Landsleuten, auf ſolche Art den Jungfrauen ihre Huldigung zu bezeigen. und Ihr würdet dieſe Gelegenheit nicht vorübergehen laſſen, wenn ein beſonnener Mann Euch keinen beſſern Rath gäbe. Geronimo, hört auf das, was meine ruhige Erfahrung Euch ſagt; ſteht für dießmal von Eurem Vorhaben ab. Es 2