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bot das Weihwaſſer in einem Becken von getriebe⸗ nem Silber. Selbſt die rieſigen Feuerböcke, die unter den großen Kaminen ſtanden oder in der Aſche lagen, waren theilweiſe vergoldet und mit Wappen⸗ bildern geſchmückt.
Sei es, daß ihr Gebet zu Ende war, oder daß ihre Gedanken eine neue Richtung genommen hatten, die Jungfrau ſtand von dem Seſſel auf und trat mit langſamen Schritten auf das große Fenſter zu, das auf den Hof hinausging. Sie blickte durch die Scheiben und ſchaute in die Höhe, als wollte ſie das tiefe Himmelblau fragen, ob es lange Zeit ſo hell bleiben würde. Der Ausdruck einer ſüßen Hoff⸗ nung erhellte ihr ſchönes Geſicht, und auf ihrer Stirne erſchien der roſenfarbige Ton der Erregung.
Ein bejahrter Mann zeigte ſich in dieſem Augen⸗ blick an der Thüre des Saales. Ein ſchwerer Kne⸗ belbart beſchattete ſeine Lippen und ein langer Spitzbart reichte ihm bis auf die Bruſt. Es lag etwas Ernſtes, etwas Strenges in ſeinem Ehrfurcht gebietenden Angeſicht, und ſelbſt in ſeinem Anzug; denn obwohl man auf ſeiner Bruſt den Goldbrokat ſeines Wamſes ſchimmern ſah, war doch ſein ganzer Körper in einen langen Mantel gehüllt, deſſen dunkle Farbe durch einen Umſchlag von ſchneeweißem Pelzwerk nur noch gehoben wurde.
„Gott gebe Dir einen guten Tag, Maria!“ ſprach er, der Jungfrau ſich nähernd.
„Sein Segen folge Dir, wohin Du gehſt, mein lieber Vater!“ antwortete ſie.„O, komm und ſieh, wie blau der Himmel iſt, und wie Alles unter dem Licht der Sonne erglänzt!“


