Jakobs⸗ ie vor⸗ aufleute m Van
dandels⸗ eſchlech⸗ teten*), d gegen hm eine war er Umgang Kennt⸗ und zu⸗
für die⸗ n Hauſe Tochter, llitz und ſittſam
welche fremden n Natur blonde
zu reden, 2. Guic⸗
auch allen nannſchaft ner, Flo⸗ cardini
9
An einem Morgen des Jahres 1550 ſaß die ſchöne Maria Van de Werve in ihres Vaters Woh⸗ nung auf einem reich geſchnitzten Seſſel. Das Mäd⸗ chen mußte eben aus der Kirche gekommen ſein; denn ſie hielt noch ihren Roſenkranz von koſtbaren Perlen in der Hand, und ihr Kopftuch hing neben ihr auf einem andern Stuhle. Etwas Erfreuliches, Et⸗ was, das ihr Herz mit ſüßer Erwartung erfüllte, bewegte ſie ohne Zweifel in dieſem Augenblick; ein Lächeln, faſt unmerklich, doch innig wie ein Wieder⸗ ſchein der Seele, ſpielte auf ihren Lippen, während ſie den Blick in die Höhe richtete und flehend eine Bitte an Gott zu richten ſchien.
Hinter ihr, an der Wand des Saales, hing ein Gemälde, worin der große Meiſter Johann van Eyk das Bild der heiligen Jungfrau dargeſtellt hatte, wie ſie, ihrer hohen Beſtimmung noch unbewußt, betend in der Einſamkeit ſitzt.
In dieſem Werke hatte der Dichter deutlich den wärmſten Funken ſeines dichteriſchen und gottesfürch⸗ tigen Gemüths offenbart; denn das Bild ſchien zu leben und zu denken. Es bezauberte durch die ſanf⸗ ten Züge des Geſichtes, durch die majeſtätiſche Ruhe des Ausduucks, durch die Zartheit des Lächelns, durch den liebevollen, doch ſtillen Blick, den es von der Erde himmelwärts richtete. 4
Ueberraſchend war die Aehnlichkeit, die zwiſchen der Schöpfung des Künſtlers und dem Mädchen be⸗ ſtand, das beinahe in derſelben Haltung davor ſaß.
In der That war die junge Maxia Van de Werve ebenſo ſchön, als die dichteriſche Abhildung


