Stuttgart.
J.
Bis zum Ende des fünfzehnten Jahrhunderts hatte der europäiſche Handel ſich entwickelt, ohne eine merk⸗ liche Störung in ſeiner einmal angenommenen Rich⸗ tung erlitten zu haben. Amerika war noch nicht ent⸗ deckt worden, und man kannte keine andere Straße nach Oſtindien als über Land.
Die Stadt Venedig, als Handelskönigin auf dem Mittelpunkt dieſer Straße angeſeſſen, zwang die Völ⸗ ker Europa's und Aſiens, in ihrem Schooße alle die Reichthümer der damals bekannten Welt umzutauſchen.
Nur eine Stadt, das flämiſche Brügge, nahm einigermaßen, als Stapelplatz zwiſchen den Nationen des Südens und Nordens, Theil an dem Handels⸗ wohlſtand von Venedig; aber unaufhörliche Volks⸗ aufſtände und Bürgerkriege hatten bereits viele fremde Kaufleute beſtimmt, ihren Sitz aus Flandern na rabant zu verlegen, und die Wohlhabenheit von Brügge war, mindeſtens theilweiſe, nach Antwerpen übergegangen.
Darauf traten zwei große Ereigniſſe ein, wodurch plötzlich die Handelsbeziehungen der Völker aus ihrer alten Richtung gerückt wurden. Chriſtoph Columbus entdeckte Amerika, die neue Welt, und Vaſco de Gama 1


