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ſie zu thun, wozu ſie eigentlich keine Neigung hatte. Sie wäre am Liebſten an David's Thür vorbeige⸗ gangen und hätte ihr Beileid anderswo zu Markte gebracht. Aber dies Pflichtgefühl, weches, wie man an dieſem Fall ſieht, neben ſehr rohen religiöſen Vor⸗ ſtellungen oder ſogar auch in Abweſenheit derſelben beſtehen kann, war ſtärker als ihre Abneigung gegen dieſe kirchliche Obliegenheit und bewaffnet mit einer Auswahl von Traktätchen, war ſie im Schlummern“ nach dem Pförtnerhauſe gegangen.
„Ich bin Rahel Carvie— die neue Bibelfrau.“
„Hab' ſchon von Ihnen gehört,“ antwortete David und wies mit unerwarteter Höflichkeit nach einem Stuhl. Vielleicht ſtimmte ihn der Schmerz milder, vielleicht kamen andere Rückſichten Rahel zu Statten.
Rahel ſetzte ſich und nahm den Korb voll Trak⸗ tätchen auf den Schooß; dann wiederholte ſie ein paar Mal verlegen: es ſei ein ſchöner Abend. All⸗ mählich faßte ſie Muth zur Sache zu kommen; denn David ſtand am Fenſter, kehrte ihr den Rücken zu und ſah hinaus. Mit abgewendetem Kopf ſagte ſie: „Was jetzt für viele Leute plötzlich ſterben. James Cowie geradeüber von mir iſt geſtern geſtorben—
der war freilich ſeit funfzehn Jahren krank und Mary Caird, C. M.„Lady Hetty“ Bd. I. 16


