Von Fiſcher.
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Frau,„iſt es nicht grauſam, von Heirathen mit Je⸗ mand zu ſprechen, der von einer tödtlichen Betrüb⸗ niß gedrückt iſt?“
„Du ſprachſt davon; ich nicht, Mutter. Seit vier Tagen vermied ich das geringſte Wort darüber; denn ich ſehe wohl, daß der Gedanke an dieſe Hei⸗ rath meine Nichte erſchreckt und peinigt.“
„Bah, Joſeph, ſetz' Dir doch nicht wieder Gril⸗ len in den Kopf. So iſt der Menſch: hat er ein⸗ mal einen Grund zu großem Kummer, ſo wird er von Allem ſchmerzlich berührt. Die Belagerung von Nieupoort wird nicht lange dauern. Weiß ein⸗ mal Bella, was aus Herrn von Milval geworden iſt, möge er nun gerettet oder gefallen ſein, dann wird die traurige Ungewißheit aufhören und Bella wird bald wieder ihre Gemüthsruhe erlangen. Dann kommt auch die Zeit, um vom Heirathen zu ſprechen.“
„Dieſe Heirath wird nie vollzogen,“ brummte der Fiſcher.
„Aber ſie ſoll vollzogen werden, es müßte denn ſein, daß Du mit Deinen albernen Gedanken ihr ſelbſt Hinderniſſe in den Weg legteſt. Ich flehe Dich an, Joſeph, ſei nur dießmal klug und vernünftig. Sieh einmal, was für ein frohes und gemüthliches
Leben! Wir würden mit Vater Stock und mit der gu⸗
ten Bella in demſelben Häuschen wohnen; immerdar
beiſammen ſein, vom Morgen bis zum Abend, und
plaudern und dem Vorleſen zuhören und einander tröſten und lieben! Mein blinder Bruder, ich dürfte ihn keinen Augenblick verlaſſen. Wie könnte ich ihm ſeine alten Tage erheitern und verſüßen!“
„Ja, aber, Mutter, wenn wir dieſes fröhliche Le⸗


