„Alſo morgen, Freund, morgen.“ „Gott behüte Sie, Herr Chirurg.“ rief Bella im Ton äußerſter Bekümmerniß.
„Dieſe Heimlichkeit erregte mir Zittern,“ mur⸗ melte Tante Klär.
„Aber ihr ſeid beide recht unvernünftig,“ ant⸗ wortete der Greis.„Nicht von der Krankheit des Jünglings wollte der Wundarzt mit mir ſprechen. Seine einzige Abſicht war, mich zu überzeugen, daß wir von dem traurigen Vorfall Niemand Etwas ſagen ſollten, wenigſtens bis daß wir wiſſen, wer der leidende Fremdling iſt. Die Zeiten ſind ſchlimm und ſchrecklich, Kinder; es gibt jetzt Tauſende von Menſchen, welche ihr Leben nur dadurch retten, daß ſie ſich in ein undurchdringliches Geheimniß verber⸗ gen. Unſer armer Kranker kann Einer dieſer Men⸗ ſchen ſein.“
„Ach, Niemand ſoll Etwas erfahren von dem, was hier vorgeht!“ ſeufzte das Mädchen.„Ich flehe Dich an, liebe Tante, ſprich nicht davon, ſelbſt mit Freunden in den Dünen!“
„Du willſt doch nicht ſagen, daß Tante Klär nicht ſchweigen kann, wo es am Platze iſt?“ entgegnete die alte Frau halb ärgerlich.„Welcher Gedanke! Wenn das Leben eines Menſchen vielleicht davon ab⸗ hängt, dann ſoll ich meinen Mund nicht halten können?“
„Aber der Strandläufer?“ bemerkte der Greis. „Er iſt ein geſchwätziger Burſche, der eine Freude daran findet, alle Neuigkeiten, welche er zu wiſſen bekommt, in Adinkirchen herumzutragen.“
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