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Bella Stock : Bilder aus dem Leben der flämischen Fischer / von Hendrik Stock. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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„Nein, nein, dort hinter der hohen Düne iſt eine Waſſerpfütze. Seid doch ſo gut, Ko, und lauft ſchnell dort hin.“

„Ja, aber worin ſoll ich das Waſſer holen?“

„Ach, in Eurem Schuh, in Eürem Hute!“ rief Bella.„Ihr müßt gleich zurüͤck ſein!“

Der Strandläufer wandte ſich um und begab ſich nach der bezeichneten Düne, aber mit ſo lahmen Schritten, daß das Mädchen beim Anblick ſeiner Trägheit vor Ungeduld bebte.

Sobald er hinter einer Anhöhe verſchwunden war, richtete das Mädchen ſeinen Blick auf das be⸗ ſchmutzte Autlitz des Verwundeten und ſchob mit einer Bewegung, deren ſie ſich ſelbſt wahrſcheinlich unbewußt war, ihren Arm unter ſeinen Kopf und hob ihn ſanft in die Höhe. Ihre Augen erglänzten von unend⸗ lichem Mitleiden; auf ihren Lippen ſchwebte ein himmliſch ſüßes Lächeln von Troſt und Ermunterung, als wollte ſie diefem gefühlloſen Opfer Hoffnung auf Rettung, und Muth gegen das Leiden in's Herz flößen.

Bald nahmen jedoch ihre Gedanken eine andere Richtung, und während Thränen aus ihren Augen auf die Stirne des Unglücklichen fielen, ſeufzte ſie:

„So ſterben! Einen graufamen Tod in den öden Dünen finden! Armer Junge! Du haſt eine zärtliche Mutter, einen alten Vater, nicht wahr? Sie erwar⸗ ten Deine Ankunft... Ach, ſie werden Dich nicht mehr wiederſehen auf Erden! Möchten ſie niemals das ſchreckliche Schickſal ihres armen Kindes verneh⸗ men! Aber es iſt noch Hoffnung; nein, nein, Du wirſt nicht ſterben, Freund..