Ihnen auch beliebt hat, ſich in dieſem Landſtrich zur Welt kommen zu laſſen, werden Sie doch nicht zu leugnen wagen, daß hier Alles gemein, mager und beſchränkt ausſieht?“
Ein ſchmerzliches Lächeln, ein Zucken bittern Spottes fuhr über Daniels Lippen, während er mit fieberiſcher Erregung in der Stimme antwortete:
„Ach, ach, es iſt wahr; Sie haben Recht, Gum⸗ bert: Alles iſt hier eindruckslos, gemein und be⸗ ſchränkt!... Und dennoch, wenn nur ein einziger Funken von Lebenspoeſie in meinem Herzen übrig⸗ geblieben wäre, ſo müßte dieſe Gegend, für mich wenigſtens, ſchön und entzückend ſein. Die Bäume haben meine Kinderſpiele beſchattet; ſie ſahen mich ſo oft träumend auf den Klang einer ſüßen Stimme lauſchen, als die Stimme einer Frau noch Zauber⸗ macht über mein Gemüth hatte! Sie waren in der Abendſtille ſo manchmal die Vertrauten meines Glau⸗ bens an das Gute, meiner Hoffnung auf die Zukunft, meiner Dankbarkeit gegen Gott! Und die Felder, von dem Schweiß der Dorfbewohner um mich her befruch⸗ tet, die Rübſaat mit ihren duftenden Blüthen, der Flachs, der auf dem Acker wogte, die Thurmſpitzen, in deren Schatten die Freunde meiner Kindheit woh⸗ nen, müßten ſie nicht die Vergangenheit mir vor Augen zaubern, mich erfreuen, mich tröſten durch die Erinnerung an Zeiten von Unſchuld und Glück? Aber nein, es iſt nur mein Geiſt und mein Koypf, welche dieſe Erinnerungen durch die Kraft des Ge⸗ dächtniſſes aufrufen: mein Herz bleibt unmächtig und kalt, und Nichts, Nichts fühlt es, als Lebensüber⸗ druß und Spott über ſeine eigene Leere!“
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