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Das Leid der Zeit : eine Geschichte unserer Tage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
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Jetzt hob er das Haupt noch mehr empor; aus ſeinem Blick ſtrahlten Glück und Stolz, man hätte ſagen mögen, der entzückte Greis habe ſich wohl um zehn Jahre verfüngt.

Die alte Dame ſchien nicht minder von Freude erregt; wiewohl ihr Gang mühſam war und von einer gewiſſen Steifheit zeugte, ſuchte ſie eine hüpfende Bewegung anzunehmen und zog den Rentmeiſter am Arme fort, um ihn zu einer Beſchleunigung ſeiner Schritte zu zwingen. Ihr runzeliges Geſicht war von einem heitern Lächeln erhellt, und ſie jubelte mit lauter Stimme, gleich einem jungen Mädchen, das einem lang erſehnten Vergnügen entgegeneilt.

Indeſſen war das Fräulein auffallend eingezogen und ſtill. Wohl erglänzte ihr reizendes Angeſicht von dem Ausdruck einer tiefen Freude, wohl lief das nebelartige Roth der Erregung über ihre lilien⸗ weiße Stirne; aber ſei es, daß die Annäherung eines feierlichen Augenblicks ſie in ſelige Gedanken verſunken hielt, oder daß ſie aus mädchenhafter Schaam zu verbergen ſuchte, was in ihrem Herzen vorging, ſie ſchwieg ſtill und ſchritt beinahe wankend weiter, das glänzende blaue Auge unſtet in den lee⸗ ren Raum gerichtet.

Während der Rentmeiſter ebenſo tief als das Mädchen in die Betrachtung des erwarteten Glücks verſunken war, hatte noch Niemand ein Wort ge⸗ ſprochen, ſeitdem man auf die Landſtraße getreten war, außer der alten Dame, welche durch allerlei undeutliche Ausrufungen von der Heiterkeit ihres Herzens Zeugniß ablegte.— Sich dann zu dem Mädchen wendend, ſagte ſie endlich:

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